Zeitläufe - Stemmann/Teichmann in der GaDeWe

Die Vernissage ist am Freitag dem 5. Mai 2017 um 20 Uhr.
Sie und Ihre Freunde sind herzlich eingeladen!


Zeitläufe

Abbildung: Annette Stemmann, O.T. Digitaldruck (Ausschnitt)

Zeitläufe

Abbildung: Uwe Teichmann, "unspecified" Fotografie 2014

Zeitläufe

Die Künstler*innen Annette Stemmann und Uwe Teichmann zeigen in der Galerie des Westens eine Duoausstellung mit dem Titel "Zeitläufe". Die Vernissage ist am Fr. 5.5.2017 um 20 Uhr in der GaDeWe, Reuterstraße 9, 28237 Bremen.

Annette Stemmann lebt und arbeitet in Berlin, Uwe Teichmann in Bremen.
Beide haben mehrere Gemeinsamkeiten, zum Einen ist das erste Mittel ihrer künstlerischen Auseinandersetzung mit der Welt die Zeichnung, und zum Zweiten die langjährige Beschäftigung mit Strukturen, Texturen, Oberflächen und Mustern, die nicht nur aus dem eigenen Atelier, sondern aus den je eigenen Lebenswelten kommen. Zum Dritten arbeiten beide oft in Bild-Folgen.

Annette Stemmann sagt zu ihren Arbeiten " Ich zeige in der GaDeWe einige in den Raum greifende Tapetenarbeiten. Schon über eine längere Zeit, interessiert mich das sich wiederholende, dekorative Musterhafte und dessen Brechungen. Ich vervielfältige und verändere eigene Handzeichnungen im digitalen Druck und lasse so tapetenhafte Formen entstehen. Abstraktes kann sich hier mit Erzählerischen treffen, so dass die Gleichförmigkeit der Wiederholung im Ornament unterbrochen und belebt wird.“

In der Ausstellung ist neben Anderem eine erinnerte Wandtapete in Orange-Gelbtönen. Sie ist verwoben mit gezeichneten Motiven aus alten Fotoalben. Großflächig legt sich dieses Muster auf die leere Wand oder auf einen Vorhang, der den Raum teilt und neue Räume schafft. Tapetenmuster und gezeichnete Figuren verschwimmen ineinander, lösen sich fast zu Farbflecken auf. Von einer anderen Wand lugen zahlreiche Augen einer Augentapete hervor. In farbige Flächen eingebettet, werfen sie Blicke auf die Betrachter*innen und bilden gleichzeitig ein dekoratives Netz.

Der Tapete wird generell mehr Oberflächlichkeit zugeschrieben als dem Bild, der Vorhang hängt irgendwo dazwischen - Tapisserie und edle Stoffe. Dies eröffnet mir einen größeren Spielraum, die Spannung zwischen Oberfläche und Tiefe auszuloten." "Ja", fügt Uwe Teichmann hinzu, "das ist eine gute Beschreibung auch meiner Arbeitsweise, die Beobachtung und Komposition verbinden will…
Beobachtungen von Zeitläufen und Orten, Bilder des Fließens, die nicht alleine bleiben wollen, die Reihungen und Räume suchen."

Teichmann zeigt farbige Handzeichnungen und und analoge s/w Fotografien, die digitalisiert wurden, um sie auf das gleiche Büttenpapier zu drucken wie die Zeichnungen. Beides ist seit 2014 zeitlich parallel entstanden unter dem Arbeitstitel "Wasser- und Strömungsforschungen".
Die Fotografien entstanden zumeist bei regelmäßigen Ausfahrten auf mehreren Routen. Dabei liegt die Wiederholung in der Aufmerksamkeit für Orte und tages-und jahreszeitliche Veränderungen und auch im Prozess und Rhythmus von Kommen, Gehen und Wiederkehren und zwar auch das der Phänomene. Die Zeichnungen entstehen nicht nach fotografischen Vorlagen, ich finde den Zeichenfluss zeichnend. Wasser hat eine einzigartige Vielzahl von Zuständen und Sichtbarkeiten: spiegelnd, durchsichtig, unsichtbar, quellend, strömend, schäumend, glitzernd, blendend. Den Gezeiten folgend und im Fließen der Tiefe. Strömungen überlagern sich und bilden komplexe all over structures.

Der kleine Nebenraum der GaDeWe hat eine Ähnlichkeit zu einem Ort im Umland, wo ein Quellrohr aus einem Becken kommt. Dieses Quellen wird durch die Gezeiten verursacht. Dort fand ich viele Aufgaben zum Zeichnen und Fotografieren, die jetzt in diesem Raum wie in einem Zeitspeicher zusammen kommen mit dem Titel "die Unruhe in Ruhe lassen und das Nicht-Tun"

Der asymmetrische Ausstellungsraum der GaDeWE bietet Annette Stemmann und Uwe Teichmann ein interessantes architektonisches Gerüst, in das sie eigene und gemeinsame Räume einbauen.