"tanzentaumeln" - Klasse Jean-Francois Guiton in der GaDeWe

"Gestundet" Fotografie von Barbara Deveny

"tanzentaumeln" - Klasse Jean-Francois Guiton in der GaDeWe

Ausstellung in der GaDeWe der Klasse J.-F. Guiton
In der Galerie des Westens – GaDeWe – stellen fünfzehn junge KünstlerInnen der Hochschule für Künste Bremen ihre aktuellen Arbeiten aus, wobei die Ausstellung in einem zweigeteilten Zeitraum vom 10. - 24. September und vom 29. September - 8. Oktober 2010 stattfindet. Die jungen KünstlerInnen gehören alle zu der Klasse des Videokünstlers J.-F. Guiton. Obwohl der Schwerpunkt der Klasse im Bereich der neuen medialen Kunst liegt, sind auch ganz andere Kunstarten vertreten. Nur knapp die Hälfte der StudentInnen arbeitet direkt im Bereich der Video- oder medialen Kunst. Malerei, Fotographie, Zeichnungen, Videokunst, Animationsfilme, Computer- und interaktive Installationen sind ebenso vertreten, womit eine sehr weite Bandbreite von künstlerischen Ansätzen besteht. Sie lässt zunächst keine Einheitlichkeit in Bezug auf die Wahl des künstlerischen Mediums erkennen. Auch die Thematiken sind sehr unterschiedlich. Wenn es ein Merkmal dieser Klasse gibt, so ist es die Heterogenität der Ansätze. Diese Vielfältigkeit ermöglicht es dem Besucher ein breites Spektrum von Ausdrucksmöglichkeiten und Stilrichtung der aktuellen jungen Kunst in der Ausstellung zu begegnen.Daniel Neubacher etwa stellt eine interaktive Soundinstallation aus, in der drei weiße Platten durch den Körperschall der Ausstellungsbesucher in Schwingungen gebracht werden und unterschiedliche Dialoge in Gang setzten. Barbara Dévény hat ein Video gemacht, in dem zwei Personen einen Dialog führen. Zudem stellt sie Fotoarbeiten aus. Zsófia Hargita präsentiert ein Animationsfilm. Min Jung Kang stellt eine Installation von Video und Bildern aus, bei der es um Berührung und Intimität geht. Franziska Keller präsentiert Zeichnungen von Haaren, die in der Konzentration auf das Motiv ganz unterschiedliche Assoziationen erzeugen. In Katherina Kreuzkamps Arbeit geht es um das Verhältnis von Abbildung und Fiktion im Medium Fotographie. Was ist die Wirklichkeit (in) der Fotographie? Rebecca Llanos-Farfán zeigt eine Videoinstallation. Janis Müller inszeniert den Tod einer Kamera. Die Zerstörung der Kamera wird aufgenommen und dem Besucher anhand einer Videoaufnahme gezeigt. Die Dauer der Videoaufnahme verlängert die Erinnerung an die Zerstörung. Lu Nguyen stellt zwei unterschiedliche Videoinstallationen aus, die jeweils in einem Eigenporträt das Fönen der Haare und das Schminken des Gesichts zeigen. Nhu Nguyen erzeugt in ihrer Videoinstallation ein Spannungsspiel zwischen Ruhe und Nervösität. Ruhe und Unruhe werden in einer Oszillation zwischen den Monitoren zum Thema und inszeniert. Zudem zeigt sie Fotoarbeiten. Miae Son arbeitet mit einer Videoprojektion, bei der zwei verfremdete Körperhälften übereinander liegen. Durch die Bewegung der Atmung entsteht ein Wechselspiel von Nähe, Berührung und Distanz zwischen den Körperhälften. Felix Thiele präsentiert zwei Installationen. Bei der ersten Installation kommen Äste aus der Wand. Durch die Fragilität der Äste wird die Wahrnehmung der Wand in ihrer Unerschütterlichkeit in Frage gestellt. In einer zweite Videoinstallation wird eine quasi interaktive Einflussnahme auf den Videoverlauf möglich. Jaeyeon Yoon präsentiert Fotographien. Mit dem starren Medium der Fotographie, das den Augenblick verewigt, wird die Bewegung einer Katze beobachtet. Z. Schmidt zeigt eine Videoinstallation, in der es um die Innerlichkeit einer Person in einem Raum geht. Raum in Raum, Außen und Innen werden thematisiert. Annika Wiese ist Malerin. Sie zeigt verschiedene Bilder, die einen ganz eigenen Stil der Figuralität entwickeln.Es fällt auf, dass die KünstlerInnen sich in ihrer Heterogenität sehr mit dem künstlerischen Medium ihrer Wahl und seinen Ausdrucksmöglichkeiten auseinandersetzen. Es scheint eine Suche nach Möglichkeiten des Ausdrucks und der künstlerischen Artikulation zu geben. Als ob eine Frage an die Kunst selbst gerichtet wird. Dabei zielt die Frage nicht primär auf ein rein intellektuelles Verständnis. Sondern sie markiert die Suche nach einer Begegnung mit dem Sehen, dem Hören, dem Spüren, dem Berühren, der Nähe und der Intimität. Das ist vielleicht das Gemeinsame dieser Klasse: die Heterogenität, die eine Suche kennzeichnet, durch einen künstlerischen Entwurf Sinnlichkeit und Spüren zum Ausdruck zu bringen.
Kai Hochscheid

Vernissagen:
Freitag 10.09.2010 um 20 Uhr
mit Lu Nguyen, Annika Wiese, Daniel Neubacher, Z.Schmidt, Katharina Kreutzkamp, Janis Elias Müller und Miae Son

Mittwoch 29.09.2010 um 20 Uhr
mit Barbara Deveny, Jayeon Yoon, Felix Thiele, Llanos-Farfan, Min Jung Kang, Nhu Nguyen Franziska Keller und Zsofia Hargita
Ausstellungsdauer:
10. - 24.09.2010 und 29.09. - 8.10.2010

Öffnungszeiten:
Mittwoch 15.00 - 19.00 Uhr, Donnerstag 15.00 - 21.00 Uhr,
Freitag 15.00 - 19.00 Uhr

GaDeWe , Galerie des Westens
Reuterstraße 9 - 17
28217 Bremen
http://www.gadewe.de
www.zeitmedien.de