30 Jahre GaDeWe

11.12. - 22.01.2016


Eröffnung: Freitag, 11.12.2015 um 20.00 Uhr

 

Michael Wendt
Michael Eickhoff
Uli Precht
Tom Gefken
Mechtild Böger
Heiko Motschiedler
Jürgen Hänel
Sabine Albers
Heiner Preißing
Isabel Valecka
André Sassenroth
Thomas Behling
Erika Plamann
Hermann Böke

 

1985 von bildenden Künstlerinnen und Künstlern aus dem Stadtteil Walle gegründet, zeigt die Produzentengalerie GaDeWe – Galerie des Westens im monatlichen Wechsel heimische Künstler und Kollegen und Kolleginnen aus dem In- und Ausland. Die zugrunde liegende Idee, Ausstellungsmöglichkeiten für bildende Künstler zu schaffen, die nicht im Fokus des etablierten Ausstellungsbetriebes stehen, ist auch nach 30 Jahren immer noch aktuell. Nicht wenige künstlerische Karrieren starteten so in der GaDeWe. Bis heute wird die Galerie durch das ehrenamtliche Engagement von Künstler*Innen und Kulturwissenschaftler*Innen getragen. In der Geburtstags-Ausstellung präsentiert die Galerie eine Auswahl künstlerischer Positionen der Kunstschaffenden, die in den letzten Jahren die GaDeWe maßgeblich geprägt haben.

 

Die Galerie des Westens feiert ihr 30-jähriges Bestehen und neben diversen Ausstellungen haben in den vergangenen Jahren auch mehrere hundert Aufführungen und Vorstellungen in den Räumen der Reuterstraße 9-17 stattgefunden.

Am Samstag, 16.1.2016 um 20 Uhr werden im Rahmen einer kleinen Revue wieder dadaistisch kabarettistische Lieder und Texte in der GaDeWe erklingen.
Schon seit drei Jahrzehnten war die GaDeWe auch immer eine Experimentierbühne für Kleinkunst, ungewöhnliche Formate und außergewöhnliche Auftrittsmöglichkeiten.
Geprägt wurde der Bühnenbetrieb der Waller Galerie sicherlich durch die organisatorische Arbeit von Rolf Weber und UrDrüs "Kabarett der literarischen Gewalttätigkeiten".
Mit hohem Kult-Charakter versammelten sich an jedem ersten Freitag im Monat Liebhaber und Fans seines absurden Wortwitzes und stark lokalkolorierten Kabaretts. "Nun nimm mich auch ganz...!" Neben diversen Kapellen und Orchestern wie Schreck-Blas-nach und Lauter Blech hat hier auch so manch ein Nachwuchstalent seine ersten Bühnentöne erklingen lassen. Eine besondere Form des Kabarett präsentierte aber auch das Duo Rolf Weber & Willy Podewitz. Ob sein Bruder wohl immer noch die Lyrik hat?

Mit dem "KaFeDaDa" etablierte sich Mitte der 90-er Jahre eine weitere regelmäßige Bühnenveranstaltung, zu der sich später noch die Reihe "Mitternachtsgeschichten" mit kurz-vor-mitternächtlichen Lesungen durch das BAT Ensemble gesellte.

Neben Gruppen wie z.B. Alka Seltsam und Amoretta und Frollein Susi und vielen anderen, sind dort auch diverse Gäste, wie das Theatre du Pain oder die Slam Nam Poetry aufgetreten; die Liste der Künstler ist lang.

Leider leben einige der Darsteller und Kabarettisten heute nicht mehr unter uns, und dennoch sollen sie und ihr Schaffen gewürdigt werden. Einige der ehemals aktiven Bühnenkünstler haben sich anlässlich des Jubiläums versammelt und ein Retro-Programm mit einigen Perlen und Höhepunkten aus dreißig Jahren auf die Bühne gestellt. Statt die Domtreppen zu fegen soll am Abend des 16. Januar wieder Wortgewaltiges in der Reuterstraße 9-17 in Bremen-Walle ertönen und reichlich dem absurden Nonsens gefrönt werden.

Beginn ist um 20.00 Uhr und für Lebenskünstler und solche, die es werden wollen, ist der Eintritt frei - die anderen kommen so rein.

 

Andreas Wick

 


Von dunklen Mächten still umgeben

06.11. - 04.12.2015

 

Thomas Behling
Sabine Effinger
Alex Trespi


Ausstellungseröffnung: Freitag, 06.11.2015 um 20 Uhr
Zur Eröffnung spricht Carla Habel, Kunsthistorikerin, Bremen

 

Das eint die drei Künstler Thomas Behling, Sabine Effinger und Alex Trespi: ein hintergründiger Zugriff auf das Thema Innenwelt – damit ist die räumliche ebenso gemeint wie die psychische. Der vertraute Klang der Sentenz „Von dunklen Mächten still umgeben“ schaukelt einen beim ersten Klang in die laue Geborgenheit alter Liedverse, bis sie plötzlich im erkannten Widersinn des soeben Gelesenen zerplatzt. Und das in Form von Zeichnung, Malerei, Objekt und Installation.

Bei Thomas Behling entstehen die Arbeiten aus Fundstücken – Fotos, Malereien – aus einer vergangenen bürgerlichen Zeit, die in der Kombination mit oftmals minimalen Eingriffen seitens des Künstlers einen Bedeutungszusammenhang konstruieren, der jedenfalls nicht mit den Attributen gut und alt zu fassen ist.

Sabine Effinger arbeitet mit Überresten aus vergangenen Kindertagen – Spielzeug und Tapeten. Auch bei ihr sind es teilweise kleine Eingriffe , das aus dem ursprünglichen Zusammenhang Gerissene, die den denotierten Eigenschaften ihrer Objekte die finsteren Gegensätze zur Seite stellen.

Alex Trespi beschäftigt sich explizit mit Innenräumen und ihren Doppeldeutigkeiten. Ein Teil seiner Arbeiten besteht aus formal reduzierten Werken, die in ihrer Schlichtheit die Formsprache der abgebildeten Möbel doppeln. Gleichzeitig jedoch scheint durch die Materialität ein absurdes Moment auf. Ein Aspekt, der auch in den miniaturisierten Ensembles anzutreffen ist.

Allen drei Künstlern ist ein spielerischer Umgang mit den Werktiteln eigen, Titeln, die einen Resonanzraum aufstoßen, der die ambivalente Seite der Dinge reflektiert und gleichzeitig mit Humor die dunklen Seiten austariert.

 


Wir trauern um Jürgen Hänel

WIR TRAUERN um Jürgen Hänel.


Jürgen Hänel war einer der drei Gründungsmitglieder der GaDeWe.
Ohne seine Kraft und Lust zu gestalten wäre unsere Galerie heute nicht das, was sie ist.
Jürgen studierte an der HFK Bremen bei Wolfgang Schmitz Malerei.
Während seines Studiums gründete er mit Heiko Motschiedler und mir die Galerie des Westens.
Er bestimmte die Richtung der Galerie knapp zwanzig Jahre entscheidend mit, ließ sich neben seiner Malerei und der Galeriearbeit noch zum Mediendesigner ausbilden und gründete in der Folge mit Heiko Motschiedler die Firma Rabbit Graph.
Vor knapp neun Jahren zog es ihn aus privaten Gründen nach Magdeburg.
Jürgen brauchte nicht lange um, dank seines großen Herzens und seiner unbändigen Energie, in seiner Wahlheimat sesshaft und Teil der dortigen Kunstszene zu werden.
Am 28.08.2015 hätten wir mit ihm das siebenjährige Galerie-Jubiläum seiner Kunstwerkstatt gefeiert.
Am Sonntag, den 23.08.2015, ist Jürgen Hänel, Vater zweier Kinder, von uns gegangen.
Viel, viel zu früh starb er plötzlich und unerwartet.
In tiefer Trauer über den Verlust – dankbar für die gemeinsame Zeit – immer in unseren Herzen.


Tom Gefken

 


Susanne Bollenhagen - Reihen, Drehen, Spiegeln

30.06.2015

 

Ein Vortrag zum Ornament

 

Ornamentik kann man als die älteste Form der abstrakten Kunst ansehen. In ihr findet man historische Formsprachen, die Schönheit der Mathematik und das Spiel von Maß und Rhythmus. Sie lehrt viel über das Sehen und erfordert einen sehr bewussten Umgang mit Farben. Muster und Ornamente wurden zu allen Zeiten und von allen Kulturen entwickelt. Somit ist die Ornamentik eine Weltkunst. Über das Bildnerische hinaus, Architektur und Plastik inbegriffen, spielt sie eine Rolle in der Musik. Die vielfältigen Funktionen der Ornamentik stellt die in unserem Kulturraum vorgenommene Trennung von Angewandter und Freier Kunst in Frage.
Susanne Bollenhagen beschäftigt sich als Malerin seit 25 Jahren umfassend mit dem Thema Ornamentik. Dabei greift sie auf historische Ornamente zurück, versucht aber auch die Ornamentik aus der ihr innewohnenden Geometrie heraus zu entwickeln. Der Bildvortrag beginnt mit einem allgemeinen Überblick zur Bedeutung und Wahrnehmung des Ornaments. Praxisnah schließt der Teil des Vortrags an, bei dem Susanne Bollenhagen ausführlich ihre Arbeit im Atelier vorstellt.
Der Beitrag zur Ornamentik liegt druckfrisch als Bildessay vor. Im Anschluss an den Vortrag wird die Vorstellung der Publikation stattfinden.

 


Michael Lukas & Sabine Schellhorn - zeit : zonen

12.06. - 10. 07. 2015

 

Ordnungssysteme beherrschen unsere Zivilisation. Uhrzeit und Kalender strukturieren unseren Alltag. Karten erleichtern uns die Orientierung in unbekannten Territorien. Die allgegenwärtigen Ordnungssysteme sind nicht nur passives Abbild der Gegenwart oder Ausdruck von Geschichtlichkeit, sondern stellen Konstruktionen, Pläne und visionäre Projektionen in die Zukunft dar. Alle diese Ordnungssysteme sind willkürlich getroffene Vereinbarungen ohne Gültigkeit innerhalb des Ganzen als übergeordnete Instanz. Wiederkehrende Rhythmen in Natur und gesellschaftlichem Miteinander repräsentieren ein permanentes Spielfeld für das sich stetig Wandelnde.
Michael Lukas (München/Berlin) und Sabine Schellhorn (Bremen) greifen in ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung zeit:zonen Ordnungssysteme aus Raum und Zeit auf und interpretieren diese neu. Sowohl die Chronologie, als auch die Bedeutungszuordnungen werden aufgebrochen und frisch ‚verlinkt‘. Beide Künstler schaffen auf unterschiedliche Weise Neu-Anordnungen von Bekanntem und definieren durch die Kontexterweiterung dessen Inhalte in unvorhergesehener Weise.
Sabine Schellhorn zeigt erstmals ihre beiden Werkgruppen
„365 + 1 Siegel“ und „Kombi-Nationen“ zusammen in einer Ausstellung. Beide Projekte verändern sich je nach Ort und Anlass der Präsentation. In beiden stehen Symbole und Zeichen für Zugehörigkeit, einmal zu Jahrestagen, das andere Mal zu Land und Kultur.
Ihr Jahresprojekt „365+1 Siegel“ stellt Schellhorn in der GadeWe dieses Mal zur Disposition: anonyme Tages-Daten der Ausstellungsbesucher werden zum erweiterten Faktor für den prozesshaften Ausstellungsverlauf und schichten damit die Chronologie der TagesSiegel um. Eine Neu-Aufmischung bestehender Systeme betreibt Schellhorn auch in ihrem Projekt „Kombi-Nationen“, in dem sie Teile bestehender Länderflaggen miteinander kombiniert.
Das orthogonale System der Kartographie dient im künstlerischen Werk von Michael Lukas als strukturelles Werkzeug einer sich stetig fortschreibenden Darstellung unserer Welt. Das Vermessen und Codieren realer oder mentaler Landschaften und ihrer mitunter nicht sichtbaren oder messbaren Daten, erfolgt unter dem Aspekt der linearen Verknüpfung. Die installativen Arbeiten sind wie Karten strukturiert und eröffnen dem Betrachter eine vielfältige Lesbarkeit. In der Ausstellung ist erstmals ein Zyklus autonomer Objekte zu sehen, die auf einer horizontalen Zeitachse angeordnet sind. Die in den Objekten gespeicherte Zeit berührt Momente der Erinnerung, des Wandels und der Vision. Mit seinen Arbeiten durchbricht Lukas die gewohnten Ordnungssysteme und die vorgegebene Chronologie.
Sabine Schellhorn und Michael Lukas waren 2010 als ausstellende Künstler in der Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst München zu sehen und verfolgen seither einen gemeinsamen künstlerischen Nord-Süd-Dialog.

 


Tränen lachen

27.04. - 29.05.2015

 

Elke Graalfs

Michael Jungblut

Veronika Schumacher

Ole Wulfers

 

Vernissage am 27.04.1015 um 20 Uhr

 

 


Patricia Lambertus & Astrid Busch - The Hurlyburly is Done

20.02. - 22.03.2015

 

Eröffnung: 20. Februar 2015 um 20.00 Uhr


Die ursprüngliche Fragestellung in den Arbeiten von Patricia Lambertus ist die nach den Formen, Farben und Bildern mit welchen sich Menschen im Alltag umgeben. Ihre großformatigen Arbeiten bestehen zunächst aus Tapetenresten, die sie durch Überlagern, Ausrieißen, Verfremden und Digitalisieren in opulente, raumfüllende Collagen und Decollagen verwandelt. Ihr Material aus gebrauchten Tapeten findet sie in Abruchhäusern oder bei Sanierungen, in Musterbüchern, Restbeständen oder sie erhält Materialspenden.

Tapeten stehen in den Arbeiten von Patricia Lambertus für wechselnde Moden und sind somit Ausdruck eines bestimmten, einstmals vorherrschenden Lebensgefühls. In Gebrauch der alten Materialien ist darüber hinaus auch ein historisch gesellschaftliches Interesse der Künstlerin ablesbar, die einen Bogen zwischen den Tapisserien und Wandmalereien arkadischer Landschaften des Adels und den verkitschten Südseemotiven der Fototapeten aus den 1970er Jahren schlägt. Während in früheren Arbeiten das ursprüngliche ornamentale Tapetenmaterial im Vordergrund stand, entwirft sie auf Grundlage dieser älteren Arbeiten mittlerweile digitalisierte Collagen, die nun nicht nur idelalisierende Landschaften und Ornamente kombinieren, denen der Verfall bereits eingeschrieben ist, sondern in die völlig unvermittelt die gesellschaftlichen und miltärischen Konflikte der Welt einbrechen.

Patricia Lambertus, die auf dem Kunstfrühling 2014 Jahr mit einer fast 30 m langen Arbeit in den Gleishallen am Bremer Güterbahnhof zu sehen war, wird für die GaDeWe in ihrer ersten Bremer Einzelausstellung eine raumbezogene Arbeit entwickeln.
Für die GaDeWe Ausstellung hat Patricia Lambertus die Berliner Künstlerin Astrid Busch mit mehreren Arbeiten eingeladen.

 

Angela Piplak

 


Gruppe Vierkant - Karambolage

16.01. - 13.02.2015

 

Tom Gefken

Gunther Gerlach

Dieter Rogge

Theo Scherling

 

Eröffnung: Freitag, 16.01.2015 um 20.00 Uhr

Zur Eröffnung spricht Dr. Rainer Beßling

 


Reinhold Budde - BÜHNE # RAUM

14.11. - 19.12.2014


Eröffnung am 14.11.2014, 20 Uhr

 

Das Werk von Reinhold Budde lässt sich nicht innerhalb klassischer Gattungsgrenzen befragen. Vielmehr oszillieren die Werke des Künstlers zwischen den Bedingungen von Malerei und Bildhauerei, oder aber auch Architektur und Design. Durch Verweise auf die Bühne, als Raum der Illusion und Utopie, greift Buddes Arbeit nun auch in die performativen Künste aus.
Für die Ausstellungsräume der GaDeWe hat Reinhold Budde ein Konzept entwickelt, in dem sich der Ausstellungsort, die installierten Werke und der Betrachter selbst zu einem Ganzen verbinden. Bereits auf der Straße wird der Besucher durch ein großes Spiegelfenster mit der Reflexion von sich und seinem Umraum konfrontiert ein Motiv, das in den Ausstellungsraum leitet und sich dort zu einem System von Bezügen ausweitet, mit dem der Künstler die eigenwillige Architektur und Geschichte des Ausstellungsraumes erkundet.
Buddes künstlerische Mittel sind der Minimal Art eng verbunden: monochrome Farbfläche, sich wiederholende Proportionen, das absolute Zurückdrängen von Künstlerpersönlichkeit sowie die direkte Auseinandersetzung mit Raum. Während der „Urvater“ des Minimalismus, Donald Judd (1928–1994), mit seinen „specific objects“ sich – von der Bildhauerei ausgehend – auf eine Suche nach etwas zwischen Bildhauerei und Malerei aufmachte, so ist und bleibt für Reinhold Budde der Ausgangspunkt die Malerei selbst. Über Jahre entwickelte der in Bremen arbeitende Künstler eine Formensprache, in der sich die Malerei wortwörtlich immer weiter von der Wand entfernte und den Raum einnahm. Konsequent löste er die physische Verbindung von Wand und Bildträger und nahm die entstandene Leerstelle künstlerisch durch farbige Resonanzräume ein. Diesen stellt er nun zunehmend freiplastische, farblich korrespondierende Elemente gegenüber.
Reinhold Budde zeigt mit seiner Ausstellung in den Räumen der GaDeWe, dass Kunst nur über eine aktive Raumwahrnehmung erfahrbar ist. Abbildungen mögen eine Ahnung des ästhetischen Konzepts vermitteln, bleiben aber hinter dem physischen Erleben zurück.

 

Yvette Deseyve

 

Fotografien von Jens Weyers

 


Franziska Klose & Stefan Roigk - NT / decomposed.

27.09. - 17.10.2014

 

In ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung „NT / decomposed.“ kombinieren Franziska Klose und Stefan Roigk zwei eigenständige Arbeiten, die Fotografie, Objekt und Sound installativ miteinander verbinden.

 

Franziska Klose zeigt eine Plakatarbeit, die als dritte Künstlerpublikation ihrer Reihe DSTR erscheint. „DSTR#3 / NT“ besteht aus drei doppelseitig bedruckten A0 Plakaten. Auf der Vorderseite sind Abbildungen von nuklearen Tests zu sehen. Die Rückseiten sind mit einer Auflistung der über 2.035 Atomtests bedruckt, die zwischen 1945 und 2006 weltweit durchgeführt wurden.

 

Stefan Roigk zeigt die Rauminstallation „expanded“ ist eine Art chaotische Skizze, durch die sich die Rezipienten dschungelgleich hindurchschlagen können. In der Rauminstallation „expanded“ werden die Bearbeitungstechniken des Klangmaterials auf die skulpturalen Elemente übertragen und die ästhetischen Praktiken der traditionellen Musique Concrète in die dritte Dimension.

 


Klasse Nagel HfK Bremen - Ein langsamer Nagel

18.07. - 01.08.2014

 

Svenja Hinrichs
Myong-Hee Ki
Vincent Kück
Nina Lempenauer
Mari Lena Rapprich
Matthias Ruthenberg

 

Ein langsamer Nagel - Klasse für Zeichnung der HFK Bremen stellt ihre Werke in der GaDeWe aus.

 


Nina Maria Küchler & Nadine Städler - My True Parrot, # 2

13.06. - 13.07.2014


Eröffnung: 13.6.2014 um 20.00 Uhr
Finissage: 13.7. um 15.00 Uhr

 

Nina Maria Küchler (* 1978), Preisträgerin des Paula-Modersohn-Becker-Kunstpreises 2013 und Nadine Städler (* 1979) haben bereits 2011 für eine Präsentation auf dem Kunstfrühling Bremen zusammen gearbeitet. Ab Mitte Juni zeigen die beiden Künstlerinnen ihre jeweils neuen Arbeiten in der Galerie des Westens. Die formalen Überschneidungen in ihren Ansätzen setzen Küchler und Städler bewusst in Dialog und hinterfragen auf diese Weise sowohl ihr Gegenüber als auch die eigene Position. In der Galerie des Westens werden vor Ort Rauminstallationen entstehen, die Wiederholungen, Vervielfachungen und Spiegelungen ästhetischer Prozesse thematisieren. Eine Kombination, bei der Malerei, Projektion, Zeichnung und Skulptur aufeinander treffen.

Seit 2012 arbeiten Küchler und Städler an einem gemeinsamen digitalen Archiv zum Thema „Vögel“. Die Künstlerinnen beschäftigen sich hierbei mit dem Kategorisieren, Ordnen und Filtern von Bildmaterial. Das Archiv bildete bereits 2012 die Grundlage für den ersten Teil einer Kooperation im Syker Vorwerk. Aus dieser Sammlung speist sich nun auch das ausstellungsbegleitende Heft "My True Parrot, #2".
Auf Grundlage der Recherchen des ständig wachsenden Archivs entsteht eine Auswahl voller poetischer Schönheit und kluger Verweise auf die jüngere Kunstgeschichte. Der namensgebende Papagei wird einerseits assoziiert mit Wiederholung und Imitation, kann andererseits auch gelesen werden als Metapher für den Kunstbetrieb, seine Diskurse und Aneignungsprozesse, seine Klischees und Rollenzuschreibungen.

 


8. Bremer Kunstfrühling - Notausgang am Horizont

16.05. - 25.05.2014

 

Thomas Behling, Bildobjekt

Mechtild Böger, Installation, Objektkunst

Tom Gefken, Objektkasten

Erika Plamann, Plastik, Objektkunst

Ulrich Precht, Zeichnung, Druckgrafik

Heiner Preißing, Zeichnung, Druckgrafik

Andre Sassenroth, Installation

Isabel Valecka, Objektkasten an der Wand

Michael Wendt, Fotografie

 

Täglich von 11 – 20 Uhr

Eröffnung: 15. Mai, 19 Uhr


Gleishalle am Güterbahnhof

Beim Handelsmuseum 9

28195 Bremen

www.kunstfruehling.de


Der Bremer Verband Bildender Künstlerinnen und Künstler veranstaltet in der Gleishalle am Güterbahnhof zum 8. Mal den Bremer Kunstfrühling. Museen, Kunstvereine und Galerien aus Bremen und dem Umland präsentieren auf einer Ausstellungsfläche von insgesamt 14.000 m2 zeitgenössische Kunst. Partnerstadt auf dem Kunstfrühling 2014 ist Hamburg. Den Besucherinnen und Besuchern bietet sich beim Gang durch die Ausstellung ein spannender Austausch mit aktuellen Kunstbeiträgen. Neben den künstlerischen Institutionen präsentieren sich außerdem wieder zahlreiche Künstlerinnen und Künstler mit ihren Arbeiten in einer Sonderausstellung mit dem Titel:

Kuratiert von Ludwig Seyfarth aus Berlin.

 


Ali Eichelbach - LUUUUUUUPS

10.01. - 07.02.2014

 

Eröffnung: Freitag,  10.01.2014 um 20 Uhr

 


Comicleben - Im weitesten Sinne

29.11. - 20.12.2013

Andrè Sassenroth, Philipp Poell, Daniel von Bothmer, Tilman Rößler, Felix Luczak

Eröffnung: Freitag, 29.11.2013 um 20 Uhr
Musikalische Einführung: Lost Latinos

Parallelen zwischen Comic und Malerei vermischen sich zu etwas Neuem und Uraltem zugleich: dem Bild, geschöpft aus den Geschehnissen innerer und äußerer Alltage. Leon, das Maskottchen der nordhessischen Polizei. Der Sitzbezug einer U-Bahn. Zerrissene Briefe auf dem Asphalt. Das Lächeln der Commonwealth-Monarchin. Die Arbeit in der Anstalt. Das Gekritzel an Hauswänden. Der Sperrmüll am Straßenrand. Waschbetonkübel und Fassadenverkleidung. Der Lidschlag einer Prostituierten. Der Staat und seine Gemächer. Die Neonreklamen und ihre Irritationen. Das besoffene Leben. Dürers Locken auf einem Plakat. Das Comic auf dem Klo. All das sind Gründe sich mit den verschiedensten Formen der Malerei auseinanderzusetzen. Einige Beispiele, wie das geschehen kann, sehen Sie vor Ort.

 


Freundschaft

18.10. - 22.11.2013

 

Eröffnung: Freitag, 18.10.2013 um 20.00 Uhr


Frank Albrecht
Diana Alonso
Thomas Behling
Mechtild Böger
Andreas Braun
Susanne Bollenhagen
Kirsten Brünjes
Claudia Christoffel
Tom Gefken
Claus Haensel
Marikke Heinz-Hoek
Maggie Luitjens
Eva Matti
Erika Plamann
Ulrich Precht
Edith Pundt
Dieter Rogge
André Sassenroth
Anne Schlöpke
Uwe Teichmann
Isabel Valecka
Oliver Voigt
Michael Wendt
Reinhold Budde
Herwig Gillerke
Cordula Prieser
Christine Prinz
Barbara Rosengarth
Jens Weyers
Wolfgang Zach

 

Die Galerie des Westens, Bremens dienstälteste Produzentengalerie - seit 1985!
Eine Gemeinschaftsausstellung renommierter Bremer Künstlerinnen und Künstler, die der Galerie freundschaftlich verbunden sind. In diesem Fall sind die Namen das Programm.
Wir freuen uns auf eine Bilderflut in unseren Räumen in der Reuterstraße in Walle.

 


Mirsad Herenda – Plastiken

16.08. – 20.09.2013

 

Eröffnung: Donnerstag, 15.8.2013 um 20.00 Uhr
Es spricht: Anja Wohlgemuth

 

Der Bildhauer Mirsad Herenda stellt in seinen raumgreifenden Stahl- und Drahtskulpturen das Verhältnis des Menschen zur Natur dar. Seine naturalistischen Figuren von Tieren, Bäumen und Menschen schweißt der Künstler intuitiv, nach einem inneren Bild in seinem Atelier zusammen. Dabei wirken seine Arbeiten trotz der Schwere des Materials fragil und transparent. Steinböcke und Hasen rasen scheinbar an dem Betrachter vorbei. Aufgescheuchte Vögel fliegen augenscheinlich über ihn hinweg. Die scheuen Wesen wirken oft wie auf der Flucht oder wie auf dem Sprung. Über seine bizarren Baumlandschaften, denen man den Verfall ansieht, könnte ein vermeintlicher Sturm hinweg gefegt sein. Die Plastiken Herendas entwickeln im Raum eine Spannung, die man fühlen kann. Sie zeigen den Moment des Übergangs, Situationen vor oder nach denen etwas Virulentes zu geschehen scheint, wobei der Grund dafür offen bleibt.

 


Amorak

25.05. - 28.06.2013

 

A. Bitter
M. Kang
T. Reinecke
S. Reuschel
Z. Schmidt

 


Michael Wendt - Nicht Wirklich

22.2. - 15.3.2013

 

Eröffnung: 22.02.2013 um 20 Uhr

 

Wie kann man lebendiges Leben künstlerisch konservieren?
Wie sehen Erinnerungen, die nur als “gedachte” Bilder in uns selbst existieren, als gerahmte Fotografie aus? Wir machen Fotografien oder Filme von unseren persönlichen Lebenshöhepunkten, von Menschen und Dingen, die uns besonders viel bedeuten oder von Ereignissen, die traditionell dokumentiert werden “müssen”. So gibt es immer wiederkehrende ritualisierte Bildsprachen, beispielsweise in den Posen der Personen oder in der Aufnahmetechnik der Fotografen. Michael Wendt spürt mit seiner analogen und seiner digitalen Kamera mit den selbstenwickelten Objektiven diesen Bildinhalten nach. Er taucht ein in die Welten der einst Real- und heute in bildlichen Überlieferungen “lebenden” Figuren, die ihre Vergangenheit durch eine neue künstlerische Interpretation in die Gegenwart hinübergerettet haben.


Wie der “Video-Still” , also die stehende, eingefrorene Szene eines Filmes, können wir bei den Werken des Bremer Fotokünstlers von einer Art “Life-Still” sprechen. Bilder von Menschen und Szenen, die trotz des starren, verharrenden Charakters einer Fotografie lebendig bleiben: Männer die in der Landschaft neben ihrem Automobil posieren, ein Paar an einer winterlichen Straße und all die anderen Figuren und Szenerien. All Jene, die uns in der Ausstellung begegnen werden sind nicht so “Still”, wie wir das im Allgemeinen aus unseren Familienalben gewohnt sind. Dank Michael Wendts fotografischer Technik bleiben diese Personen und ihre Umgebung lebendig. Durch den Einsatz selbstentwickelter Optik, mittels Derer eine wohldurchdachter Wechsel von Schärfe und Unschärfezonen, sowie Verwischungen und Verdrehung der Perspektive möglich wird, erscheint die Szenerie in den Bildern vielschichtig und lebendig.


Zum Abschluss möchte ich die Bremer Galeristin Barbara Claassen-Schmal zitieren, die in dem Katalogtext der SWB Galerie 2004 zu Wendts Fotografien schreibt: “So könnte man behaupten, Michael Wendt schafft Fotografien mit filmischen Erlebnisqualitäten oder schweifende Erinnerungen, wie wenn man während einer langen Eisenbahnfahrt aus dem Fenster schaut.”


Walter Maria Korn

 


Erika Plamann & Eva Matti - Heroes und Antikone

17.11. - 21.12. 2012


Eröffnung: Freitag, 16.11.2012 um 20 Uhr.

Künstlerinnengespräch: Sonntag, 16.12.2012 von 16 bis 19 Uhr
Einführung: Angela Piplak

 

Erika Plamann und Eva Matti zeigen Objekte und Leinwände zum Thema Idole.
Zu sehen sind Kultfiguren und Personen des öffentlichen Interesses aus den vergangenen 60 Jahren - ein Stück Zeitgeschichte.

Die Bildhauerin Erika Plamann und die Malerin Eva Matti, beides 1950-er Jahrgänge, geben mit dieser Auswahl gleichzeitig auch einen Abriss ihrer eigenen Geschichte wieder.

So spannt sich der zeitliche Bogen ihrer Sujets von der Ermordung von John F. Kennedy bis hin zur Darstellung Barack Obamas.

Es gibt, gleich mehrfach, Vertreter aus dem für beide Künstlerinnen als prägend empfundenen Musikbereichs zu sehen, aber es sind auch Ikonen der Literatur, des Films, der Wissenschaft, der Mode, der Kunst und des Comics dabei: so treffen wir natürlich auf Elvis und Albert Schweitzer, aber auch auf Pumuckel und Obelix´ Hund Idefix .

Eva Mattis künstlerische Sprache ist realistisch, jedoch von expressionistischem Pinselstrich bestimmt. Szenarien, Gegenstände und Figuren werden immer wieder neu zusammengestellt und verknüpft. Hinzu kommen dann oftmals abstraktere Elemente wie Zeichen und Symbole oder Textfragmente, so dass Räume für Assoziation und Interpretation entstehen.
Mattis Farben sind gedämpft, wenn es um die von ihr so bezeichneten „Antikone“geht; unheimliche Figuren der Zeitgeschichte wie z.B. Charles Manson.
Leuchtend und freundlich ist ihre Farbpalette dann bei den Heroen der Popgeschichte, wie auf der großen Leinwand zu David Bowie oder zu der Ikone Marilyn Monroe.

Die Künstlerin Erika Plamann erstellt aus Massenprodukten künstlerische Originale. Ihr speziell entwickeltes technisches Verfahren kombiniert Wachsabgüsse mit weiteren Verfremdungen, indem sie den Abguss weiter mit Wachs, Pigmente, Ton und Gips bearbeitet. Aus Massenprodukten werden Unikate.
Mit dieser Bearbeitung verhilft sie dem Trash zu neuem Glanz und Würde.
Für Erika Plamann bietet sich zum Thema dieser Ausstellung ein großer Fundus an Ausgangsmaterial für ihre Arbeit, weil viele der Kultfiguren als kitschige Massenware vermarktet werden.

 


Ulrich Precht - Zeichnungen u.a.

05.10. - 09.11.2012

 

Eröffnung: Freitag, 5. Oktober 2012 um 20 Uhr


Der Künstler Ulrich Precht aus Bremen-Walle stellt seine neuesten zeichnerischen Werke aus.

Zu sehen sein werden, neben filigran-figürlichen Bleistiftzeichnungen, auch beeindruckende Pastelle von Landschaften aus dem Bremer Umland. Ulrich Precht bereist Bremens landschaftliche Umgebung seit Jahren und machte dabei unzählige photographische Skizzen, die später zu Zeichnungen verarbeitet werden. Zum ersten Mal stellt der Künstler nun einige dieser Photographien seinen zeichnerischen Werken gegenüber. Es entstehen so spannende Einblicke in die Arbeitsweise von der Vorlage zum fertigen Bild.

Ulrich Prechts Arbeiten bestechen durch seine zeichnerische Technik, die die Atmosphäre dieser ruhigen und stimmungsvollen norddeutschen Ländereien wiedergibt und erlebbar macht.

 


3 aus Zwanzig

08.09. - 21.09.2012

 

Branka Colic

Annette Meyer

Marlies Nittka

 

Eröffnung: Samstag, 8. September 2012 um 20 Uhr


Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 20. Geburtstag des Künstlerhauses Bremen präsentiert die Galerie des Westens drei Künstlerinnen, die ehemals ihre Ateliers dort hatten oder dort noch haben. Die drei Künstlerinnen verwenden unterschiedliche Medien wie Performance, Zeichnung und Malerei.

 

Marlies Nittkas zarte Papierarbeiten werden von seltsam anmutenden Formen, Linien und Farben bestimmt. Sie wirken zugleich abstrakt und seltsam bekannt. Ihre Materialien sind Wachs, Ölfarben, Graphit und Buntstift. Die Bilder entstehen als potentiell unfertige Werkreihen, die übereinander gelagert, immer wieder hervorgeholt und weiterbearbeitet werden. Schlieren, Staub und Abrieb schreiben sich in diesen Arbeitsschritten mit in die Werke ein. Zusätzlich zeigt Marlies Nittka größere Leinwandarbeiten.

 

Annette Meyer nutzt für Ihre opulenten Zeichnungen Bleistift, Graphit und Kugelschreiber. Ihre Werke wirken, als liegen ihnen unsichtbare Konstruktionspläne zugrunde. Sie sind das Resultat einer längeren Beschäftigung mit den chemischen Elementen des Wassers. Ihre Linien umreißen nicht den Gegenstand, sondern wirken als eigenständiges Medium. Die Anzahl der Linien, ihre Wiederholung, Intensität, Anordnung sowie das Aussparen werden so zu etwas Eigenständigem. Ihre Linien entwickeln dabei innerhalb der ihnen zugewiesenen Form eine eigene Dynamik.

 

Branka Colic spielt mit den Erwartungen an bestimmte Situationen. In ihren Performances geht es um das Verrücken der Dinge, um das Erzeugen von einem Moment der Irritation, um ein Augenzwinkern, weil sich etwas different zu der alltäglichen Wahrnehmung verhält. Orte und Ereignisse sind auf bestimmte Weise kodiert. Branka Colic dekodiert den Ort durch Ereignisse, welche konträr zum Ort erscheinen. Ihre Performances haben eine Direktheit und Unmittelbarkeit, durch die der Betrachter nicht außen vor bleibt, sondern in das Wechselspiel involviert wird.

 


Robert Barta - :)

22.06. - 20.07.2012


Eröffnung: 22.6.2012 um 20 Uhr

 

„Ich versuche Arbeiten zu machen, die vielen Leuten das zurück geben, was sie als Erwartung in sich tragen“ aus: ttt - Titel Thesen Temperamente, 10/2006, ARD, BR

 

DAUERBRENNER fordert die Wahrnehmung des Betrachters heraus und evoziert dessen Zweifel, ob das, was er sieht, denn tatsächlich so ist, wie er es sieht: Eine Wachskerze brennt, aber sie brennt – ohne, dass das Wachs verzehrt wird, so scheint es - auf immer demselben Niveau. Der im Sockel verborgene Mechanismus schiebt die Kerze langsam nach oben, so dass ihre Höhe trotz Wachsverlust konstant bleibt. Es war die Idee eine kinetische Arbeit zu machen, die jedoch keine zu sein scheint, da der Betrachter im Allgemeinen keine zwei Stunden vor einem Kunstwerk verbringt. Diese Zeitspanne wäre jedoch nötig, um die Kerze brennen zu sehen, ohne dass sich die Länge um keinen Millimeter verändert hat.
Aus: Heinz Schütz /„Die Kunst der Verkehrung oder die Poesie der reinen Sinnlosigkeit“

 

Das Thema Zeit kommt unter anderem im Werk von Barta auch bei der Arbeit TIME MACHINE zur Geltung, wo sich eine Modelleisenbahn langsam auf einer in der gegensätzlichen Richtung drehenden Scheibe, kaum vom Fleck bewegt. Die kleine Modelleisenbahn fährt exakt in derselben Geschwindigkeit, wie das große Rad mit den Schienen. Die Arbeit ROSSO CORSA wiederum ist ein Zeitzeuge, der einen materiellen Wert als Abdruck behalten hat und das mit Hilfe einer einfachen Farbe: C300, dem Original Lack eines Ferrari. Eine Leitplanke, die Ihren Dienst getan hat, um ein Fahrzeug abzudämpfen, steht nun demoliert und edel lackiert auf zwei Eisenfüssen da. Das laute Spektakel dauerte hier nur eine Tausendstel-Sekunde und gibt diesen Moment durch ihre Farbigkeit dem Betrachter in statischer Manier wieder.

Die Skulpturen von Robert Barta hinterfragen - nicht ohne Humor - die Dispositive der Ausstellung und die Rolle des Beobachters. In seiner Arbeit MOVE IT ! konfrontiert uns der Künstler mit einer unglaubwürdigen Szene. Uns gegenüber schwingt ein Kaktus in seinem Topf die „Hüften“ um einen Hula-Hoop Reifen kreisen zu lassen. Allen, die aus eigener Erfahrung wissen, wie schwer es ist, einen Hula-Hoop Reifen in Bewegung zu halten, und sei es auch nur für einige Sekunden, erscheint der Anblick einer Topfpflanze bei dieser Übung - die im Allgemeinen eher spielerisch oder sportlichen Zwecken (Gymnastik, Akrobatik) dient oder der Verführung (eine Art Bauchtanz der anderen Art) - noch unpassender und unwahrscheinlicher. Und doch hat die Wissenschaft nachgewiesen, dass Mimikry eine Eigenschaft der Pflanzenwelt ist. Diese scheint hier ihren Höhepunkt zu finden - in Gestalt eines Kaktus, der - trotz einer für diese Art der Übung mehr als ungeeigneten Morphologie - alle bisherigen Rekorde von Hula-Hoop Adepten in den Schatten stellt.
Letztendlich geht es aber um die Frage, ob der Grund für unser großes Erstaunen darin liegt, dass wir eine Pflanze bei einer dem Menschen vorbehaltenen Tätigkeit sehen oder aber in der physischen Glanzleistung, mit der sie es schafft, den Reifen in Schwung zu halten.

Aus: Kevin Muhlen / „Ceci n‘est pas und Casino“, Casino Luxembourg 2010

 


Die komische Illusion

16. 05. - 15. 06. 2012

 

Tino Bittner

Udo Dettmann

Thomas Sander

 

Eröffnung: Mittwoch, 16.5.2012 um 20 Uhr

Gespräch mit den drei Künstlern zur Finissage am Freitag, 15.6.2012, um 18 Uhr

 

Die Werke von Tino Bittner, Udo Dettmann und Thomas Sander aus Schwerin bewegen sich in den Medien Malerei, Zeichnung, Objekt, Klang und Video. Ausgangspunkt für die drei ist die Malerei, in deren Kontext ihre Arbeiten letztlich zu sehen sind. Mit den lasierend übereinander gelegten Videoebenen, verschiebbaren Zeichnungen auf transparenten Folien und Glas, akustischen Bildern und 3D-Arbeiten ziehen sie den Betrachter unmittelbar in den Wirkungsraum der ‚Malerei mit anderen Mitteln‘. Durch die in den Arbeiten der Künstler erzeugte Brechung oder Parallaxe – also die scheinbare Verschiebung der Position eines Objektes – bündeln sich die Aspekte ihrer ästhetischen und inhaltlichen Herangehensweise. Eine Verschiebung ersetzt oft Kleines durch Großes, Leises durch Lautes, ein Ding durch ein anderes, das dann als Fetisch, Metapher oder komische Illusion fungiert. Es nimmt nun den Platz des Abwesenden ein und symbolisiert es. Dort, wo einmal das Große war, ist nun das Kleine und nimmt seinen Platz ein. Was ist aber, wenn die Verschiebung in den gezeigten Arbeiten nicht einfach nur subjektiv ist? Was ist, wenn sie gerade vom Gegenstand selbst und seinen ihm innewohnenden Antagonismen ausgeht?

Ein dreiteiliger Katalog mit Arbeiten der Künstler begleitet die Ausstellung.

 


Bogdan Hoffmann & Dadi Wirz - MAPS

14.04. – 11.05.2012


Eröffnung: Samstag, 14. April um 20 Uhr

Einführung: Anja Wohlgemuth, Kultur- und Kunstwissenschaftlerin


Die Ausstellung mit dem Titel MAPS zeigt künstlerische Strategien und Arbeiten der Künstler Bogdan Hoffmann und Dadi Wirz, in denen das Thema Landschaft und Land in unterschiedlicher Weise reflektiert wird.

Seit Ende der 1980er Jahre sind Weltkarten das zentrale Thema im Werk des Bremer Künstlers Bogdan Hoffmann. Ausgehend von der fotografischen Erfassung von Partien eines Globus, setzt er seine „Weltsichten“ in Form von Holz- und Linoldrucken zu neuen Landkarten zusammen. Hoffmann erschafft durch seine konzeptuelle Herangehensweise „Karten“, die durch neue Kombinationen und Variationen den Erdball in ein individuelles Geflecht von Flächen und Linien transferiert.

 

Während Hoffmann die Erdoberfläche auf der Basis kartografischer Erkenntnisse erkundet, steht bei dem Schweizer Künstler Dadi Wirz das Bereisen und Erforschen fremder Länder sowie die künstlerische Umsetzung des dort Erlebten im Vordergrund. Die Kartografie der Erinnerung ist Ausgangspunkt für die Arbeiten des Künstlers. Eine Werkgruppe zeigt Inselsilhouetten aus geschwärztem Eisen. Sie stellen die vom Künstler bereisten Inseln der Weltmeere dar. Montiert sind sie auf historische Uhrmacherkästen, die mit schimmerndem Bienenwachs ausgekleidet sind und ihrerseits eine Art Koordinatensystem bilden. Die unendlich scheinende Welt der Inseln, die sich permanent verändert, steht im starken Kontrast zu den kleinteiligen auf Exaktheit bedachten Uhrmacherapparaturen. Das Grundmotiv des Zusammenspiels von Natur und Technologie zieht sich auch durch Wirz´ andere Installationen.

 

Anja Wohlgemuth


Der Sohn des „wilden Weissen“: Finissage mit Dadi Wirz, Freitag, 11. Mai 2012, 15 bis 16 Uhr

Dadi Wirz ist anwesend und erzählt in der Live-Sendung „Nordwestradio unterwegs“ aus seinem Leben.
Mit dabei ist Carsten Ahrens, Direktor der Weserburg | Museum für moderne Kunst
Moderation: Theo Schlüter


Von der Kunst des Schweizers Dadi Wirz sind viele fasziniert, von seiner Biographie ausnahmslos alle, die sie kennen. Bereits mit 14 Jahren hatte Dadi Wirz die halbe Welt bereist, weil er seinen Vater, den Ethnologen Paul Wirz, auf diversen Forschungsreisen nach Neuguinea, Ceylon, Afrika und Lateinamerika begleitet hatte. Später lebte er selbst in Frankreich, Marokko und Portugal und lehrte als Gastdozent
in Brasilien, den USA und der Schweiz. Einzelausstellungen hatte er in Argentinien, Brasilien, Bulgarien, Frankreich, Österreich, Portugal, Russland, Spanien und USA. Vor einigen Jahren reiste Dadi Wirz mit seinem Sohn Pawi auf Spurensuche nach Vater und Großvater erneut nach Neuguinea. Dabei entstand der preisgekrönte Film „Der wilde Weisse“. 

 


AKTIV

14.03. - 01.04.2012


Thomas Behling
Mechtild Böger
Julia Braun
Tom Gefken
Erika Plamann
Ulrich Precht
Isabel Valecka
Michael Wendt

 

Eröffnung: Sonntag, 1.4.2012 um 15 Uhr
Finissage: Sonntag, 1.4.2012 um 15 Uhr

 

 


Swaantje Güntzel - Instant Pets

10.02. - 09.03.2012

 

Eröffnung: Freitag, 10. Februar 2012 um 20 Uhr

 

Im Fokus der künstlerischen Arbeit von Swaantje Güntzel (*1972) steht die Analyse des entfremdeten Verhältnisses zwischen Mensch und Natur. Sie seziert die Widersprüchlichkeit unserer Handlungen und entlarvt die Scheinheiligkeit des pseudo-ethischen Wertesystems einer Zeit in der systematische Tierquälerei und Naturzerstörung ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht haben während gleichzeitig die leidenschaftliche Naturliebe des Menschen zelebriert wird.

 

Instant Pets umfasst eine Auswahl aktueller Arbeiten die sich vorrangig mit der Beziehung Mensch-Tier in Industriegesellschaften beschäftigt. Im Vordergrund steht dabei die Frage in welcher Weise und in welchem Selbstverständnis sich der Mensch des Tiers bedient und welche Folgen damit für das Tier verbunden sind.

 

So zeigt z.B. das knapp 30-minütige Video Critter operated chopper zwei Hamster die einen Abend lang in sog. “exercise toys” (hier: stilisierte Motorräder mit integriertem Hamsterrad) gefilmt wurden. „Exercise toys“ werden in der Kleintierhaltung verwendet um Nagern Bewegung außerhalb des Käfigs zu bieten. In nicht enden wollender Monotonie wird die erzwungene Agonie und Leere, die Tiere in Gefangenschaft erleben reflektiert, sowie entlarvt in welcher Weise die Kreatur zum reinen Unterhaltungsgegenstand des Menschen verkommt.

 

Die Reihe Grinseschweine umfasst Fotografien und Stickarbeiten, die die cartoon-artigen Tierabbildungen auf Schlachttransportern und Tierproduktverpackungen zeigen. Allen Abbildungen ist gemein, dass alle Tiere lachend oder in anderer Weise „heiter“ inszeniert sind, wie ein Huhn in einer Hängematte auf der Eierschachtel eines finnischen Legehennenbetriebes oder das grinsende Schwein auf der Rückseite eines dänischen Schlachtbetrieb-LKWs.

 

Indem Swaantje Güntzel Aspekte täglicher Realität abstrahiert und in fast verspielt-naiver Weise nur leicht überzeichnet, offenbart sich, dass unser Alltag schon längst apokalyptische Züge aufweist, die wir jedoch bisher gut zu verdrängen wussten - ob in der Kleintierhaltung, der Landwirtschaft, Zoos oder an den Stränden Hawaiis.

 


Sebastian Dannenberg & André Sassenroth - Upper

06.01. - 03.02.2012

 

Zu sehen sein wird eine Ausstellung, welche Installation und Malerei zu verbinden sucht. Der Besucher wird in luftige Höhen versetzt, das Spiel mit der Dachkante, der ausgedienten Leuchtreklame sowie eine fragwürdige Klangkulisse werden ihn zur Vorsicht mahnen auf seinem Weg durch die Räumlichkeiten der GaDeWe.

 


Norbert Bauer & Ralf Tekaat - Irgendwas mit Wald

11.10. - 18.12.2011

 

Eröffnung: Freitag, 11. November 2011 20 Uhr

Finissage: Sonntag, 18. Dezember 2011 ab 15.00 Uhr

Einführung: Barbara Alms

 

Seit 2004 finden sich die beiden Künstler Norbert Bauer (Bremen) und Ralf Tekaat (Berlin) immer wieder für gemeinsame Projekte zusammen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht das Interesse an gesellschaftlichen Mythen. Insbesondere die Frage, welche Bilder, Begriffe und Ereignisse Eingang ins „kollektive Gedächtnis“ finden und wie diese dargestellt und kommuniziert werden, ist Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Arbeit. Darin reflektieren sie visuelle und sprachliche Erzählformen, die bei der Konstruktion von gesellschaftlichen Mythen zu Anwendung kommen und setzen sie als eigene Strategien der künstlerischen Arbeit ein. In ihrem ersten Projekt erzählten sie die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ab 1945 neu und wiesen in einer aufwendigen "Recherche" nach, dass sämtliche bedeutsame Ereignisse der Republik von einem bisher unentdeckten deutschen Superhelden, dem Raketenmann, beeinflusst waren. Dieser war in das Siegtor von Bern ebenso verwickelt, wie in die Guillaume-Affäre und die deutschen Wiedervereinigung, bevor er Ende der 1990er Jahre im Dunkel der Geschichte verschwand. 2009 beschäftigten sie sich mit den Auseinandersetzungen um das Atomkraftwerk Brokdorf. Beteiligte und Zeitzeugen berichteten vom Einfluss der Protestbewegung weit über den norddeutschen Raum hinaus, so zum Beispiel auf die amerikanische Musikszene mit Gründung der New Yorker Band Brokdorf. Der Brokdorf-Demonstrantin Manu widmeten Bauer und Tekaat zwei Jahre später ein eigenes Projekt.


Die im Rahmen von Brokdorf erfolgte Präsentation eines bisher verschollenen mittelalterlichen Textes, des so genannten Brokdorfliedes, gab schon einen Hinweis auf eine Erweiterung des Mythenthemas über den Rahmen der BRD-Geschichte hinaus. In ihrer neuen Arbeit in der GaDeWe nehmen Norbert Bauer und Ralf Tekaat nun ein Lieblingsthema der deutschen Romantiker zum Ausgangspunkt ihres kreativen Umgangs mit kulturgeschichtlichen Phänomenen. Nur soviel kann an dieser Stelle schon verraten werden: Es ist .... "Irgend was mit Wald".

 

Angela Piplak

 


Klasse Hörnschemeyer HfK Bremen

21.10. - 04.11.2011


Vernissage: 21.10.2011, 20Uhr

Finissage: 04.11.2011, 18Uhr

 

Es ist in der GaDeWe mittlerweile schon Tradition einmal im Jahr eine Klasse der Hochschule für Künste mit ihren Arbeiten auszustellen. Hier können die angehenden Künstlerinnen und Künstler Erfahrungen mit dem Ausstellungsbetrieb machen und die Galerie kann ihr Konzept, ein “Sprungbrett” für junge Kunst zu sein, umsetzen. Klasse Franka Hörnschemeyer - Studenten der Freien Kunst der HfK Bremen Bildhauerei steht bei dieser Präsentation im Schlagaustausch zwischen klassischer Assoziationen und neuzeitlicher Begriffserweiterungen. Der Ausstellungsraum der GaDeWe spielt in seiner Geschichte und Form genauso eine Rolle, wie die Betrachter selbst, denn der Raum kann im Kunstprozess nicht nur physikalisch betrachtet werden, sondern auch soziologisch. Die Ausstellung schöpft aus Ansätzen der Kulturgeschichte und den Erfahrungshorizonten der jeweiligen Studenten, die sich mit Material, Umsetzung und Gestaltung, Idee und Konzept auseinander setzen. Diese Vielfalt der Bildhauerei wird aufgegriffen und in einem gemeinsamen Diskurs erarbeitet. Die Zusammenarbeit steht somit ebenso im Mittelpunkt wie das gemeinsame Schaffen.

 


Bremer Westen für Afrikas Osten!

27. August 2011, ab 18:00 Uhr

 

Benefiz-Veranstaltung in Bremen-Walle für die Opfer der Hungersnot in Ostafrika
Ort: GaDeWe (Ausstellung, Lesungen) und Karo (Konzerte)
Eintritt: Der Eintritt ist frei – über eine Spende zugunsten von „Ärzte ohne Grenzen“ würden wir uns sehr freuen!


Wir möchten allen, die angesichts der fürchterlichen Situation in Ostafrika genauso mitfühlen
und ebenso hilflos sind wie wir, ein „moralisches Angebot“ machen: kommt am Samstag,
27. August nach Walle, macht euch einen schönen Abend mit Kunst, Musik und Kultur, trefft
nette Leute, amüsiert euch – UND HELFT DABEI! Wir haben ein umfangreiches Kulturprogramm
auf die Beine gestellt: Künstler spenden ein Werk, lesen, musizieren und
moderieren umsonst. Und das Line-up kann sich sehen lassen (Informationen zum Ablauf und
zu den einzelnen Künstlern im Anhang):


FÜNF Bands treten im Karo auf :
• Don Voigt (Bluegrass/Country)
• Michael Gerdes (Singer/Songwriter)
• Mira K. (Pop unplugged)
• The Black Slacks (Rock’n’Roll)
• Bert Frommberger (Performance)
SIEBEN Autoren lesen in der GaDeWe :
• Elke Marion Weiß (Prosa & Poesie)
• Olivia Douglas (Lyrik & Geschichten)
• Wolfgang Schlott (Lesung)
• Livius Pundsack (Lesung)
• Norbert Gefken (liest Erich Fried)
• Ali Akondoh (Lesung)
• Hartmut Global (Lesung)


SIEBZEHN bildende Künstler stellen in der GaDeWe aus :
• Thomas Behling (Malerei)
• Mechtild Böger (Zeichnung)
• Andreas Braun (Fotografie)
• Julia Braun (Malerei)
• Kirsten Brünjes (Plastik)
• Anja Fußbach (Mixed Media)
• Tom Gefken (Fotografie)
• Kornelia Hoffmann (Fotografie
• Maggie Luitjens (Malerei)
• Eva Matti (Malerei)
• Jub Mönster (Malerei)
• Erika Plamann (Plastik)
• Uli Precht (Zeichnung)
• Birgit Schütt (Lichtobjekte)
• Isabel Valecka (Malerei)
• Michael Wendt (Fotografie)
• Jens Weyers (Fotografie)


Durch den Abend führt Penny Penski (Moderation). Es wird kein Eintritt erhoben. Die
Veranstaltung soll möglichst viel Geld für die Unterstützung der Hungernden am Horn von
Afrika einspielen, wir würden uns über eine Spende von zehn Euro (oder mehr) natürlich sehr
freuen. Sämtliche Spendeneinnahmen gehen an die Träger des Friedensnobelpreises „Ärzte
ohne Grenzen", die in der Krisenregion Somalia und den angrenzenden Ländern (Kenia und
Äthiopien) medizinische Nothilfe leisten. Kolja Stille wird für Ärzte ohne Grenzen über die
Aktivitäten vor Ort berichten.
Alle Beteiligten und Künstler arbeiten ehrenamtlich, die Firmen unterstützen uns mit ihrem
Einsatz, ihren Räumlichkeiten und Spenden. Alle bildenden Künstler stellen jeweils ein Werk
zur Verfügung, dessen Verkaufserlös der Ostafrika-Hilfe gespendet wird. Neben diesen von
den Künstlern komplett gespendeten Werken, überlässt die GaDeWe den gesamten
Galerieanteil sämtlicher verkaufter Bilder „Ärzte ohne Grenzen“. Die GaDeWe hat zu diesem
Zweck auch am Sonntag, 28. August von 14-18 Uhr geöffnet!
In kürzester Zeit konnte dank der sehr lebendigen und gut vernetzten Waller Kunst- und
Kulturlandschaft eine Benefiz-Veranstaltung mit einem sehr interessanten Programm auf die
Beine gestellt werden.
Die Initiatorinnen sind Birgit Schütt, Silvia Degenhardt, Erika Plamann, Frieda Höfel und Ruth
Degenhardt. Jede hat auf ihre Weise zur Umsetzung beigetragen, mit Kontakten zu Künstlern,
mit organisatorischem Einsatz, mit Gestaltung, Ideen und immer wieder mit viel Herzblut.
Im Internet (www.waller-benefiz.de) und im Anhang sind der Flyer und die detaillierten
Informationen zu den beteiligten Künstlern zu finden.

Mit freundlicher Unterstützung von:
GaDeWe, www.gadewe.de
Karo, www.karo-bremen.de
DekoAction Eventdesign, www.dekoaction.de
Naturkost Kontor Bremen, www.naturkost-kontor.de
Flaschenpost, der Stadtteil-Kiosk
Lange Event, www.langeevent.de
Steuerberater Decker, Schröder, Gisch und Partner
Dank an Frau Petra Biesenkamp vom Wagenbach-Verlag für die freundliche Genehmigung der Erich Fried Lesung

 


Der 35ste Spieltag

15.06. - 03.07.2011

 

Eröffnung: Mittwoch, 15. 6. 2011 um 19 Uhr

 

Oliver Voigt, Wolfgang Schlott

Oliver Zabel, Peter Abromeit

Frank Scheffka, Michael Augustin

Piotr Rambowski, Sujata Bhatt

Till Mette, Johann Günther König

Jens Müller, Ian Watson

Jörg Naumann, Detlef Michelers

Tom Gefken, Martin Bührig

Michael Wendt, Brigitte Röttgers

Robert van de Laar, Jutta Reichelt

Hermann Stuzmann, Tim Schomacker

Christian Holtmann, Gaby Mayr

Ali Eichelbach, Rudolph Bauer

Norbert Bauer, Hella Streicher

Hannes Golda, Regina Dyck

Andreas Braun, Birgid Hanke

Hajo König, Jürgen Alberts

 

Auch am Ende der Bundesligasaison 2010/2011 gibt es wieder einen künstlerischen Rückblick auf die Heimspiele des SV Werder Bremen.
Wie im vergangenen Jahr wurden 17 Künstler*innen und 17 Literat*innen, die jeweils ein Zweier-Team bildeten, je ein Heimspiel zu gelost, um das Event Fußball künstlerisch in all seinen Facetten zu reflektieren. Jedes Künstlerpaar hat seine Begegnung auf seine Weise umgesetzt.


Im Mittelpunkt stehen allerdings ein ganz besonderer Fußballverein und die bildende und schreibende Kunst. Als Vorgeschmack oder Einstimmung auf die kommende Ausstellung empfehlen wir gerne die Website der Künstler: www.35ster-spieltag.de

 


Dieter Rogge & m.giltjes/bobok

25.03. - 21.04.2011


Eröffnung am 25.3.2011 um 20 Uhr

ÜBERGRIFFE - Kaputt ist sowieso das Gegenteil ...
Eine Kooperation von Dieter Rogge und m.giltjes/bobok

 

Seit gut zwei Jahren kennen sich der Bremer Zeichner Dieter Rogge und der in Visselhövede lebende Künstler m.giltjes/bobok. Aus einer herzlichen, ersten Begegnung während der Ostrale ‘09 in Dresden entstand eine Freundschaft, aus der sich fast zwangsläufig eine intensive Zusammenarbeit entwickelte.

Dabei ergeben sich auf den ersten Blick kaum ähnliche oder vergleichbare Standpunkte hinsichtlich der jeweilig eigenständigen Positionen beider Künstler. Während Rogge konsequent in seinen Bleistiftzeichnungen eine verrätselte Gegenständlichkeit inszeniert, bedient sich Gitjes in allen Bereichen unserer Umwelt, um seine Bilder zu entwickeln. Ob Fotos oder Comics, Reklame oder Textelemente, alles ist für bobok ‘Material‘ und wird wie in einem Reißwolf zu neuen auch provokativen Collagen montiert bzw. in Malerei umgesetzt. Dagegen scheint die eher feinnervige und zurückhaltende Poesie der Zeichnungen Rogges keinen leichten Stand zu haben. Merkwürdigerweise jedoch ergibt sich aus der Konfrontation dieser sich vordergründig ausschließenden Welten ein Spannungsverhältnis, von dem beide Seiten profitieren. Die Wucht der Bilderwelt boboks trifft auf einen Dialogpartner, dessen gestisch-lyrische Bestimmtheit sich umso klarer erweist.

In den Räumen der GaDeWe werden Dieter Rogge und m.giltjes/bobok eigene Werke ausstellen; der Schwerpunkt liegt jedoch auf der Präsentation jener Schnittmenge, wo zusammenwächst, was eigentlich nicht zusammen gehört.

 

Tom Gefken

 


Ulrik Happy Dannenberg - mach disch lokka alta

11.02. - 18.03.2011

 

Eröffnung: Freitag, 11. 2. 2011 um 20 Uhr

 

Fachleute, die Werke von Ulrik Happy Dannenberg sehen, sagen „Pop“. Aber was für „Pop“?
Neo, retro oder ganz neu. Mein Eindruck ist inzwischen, dass diese Kategorie hier nicht
funktioniert, und das liegt nicht an Dannenberg, sondern an einem grundsätzlichen Fehler im
Begriff und in unserem Nachdenken über Bilderkonsum.
Bilder verweisen immer auf andere Bilder. Das ist nun mal so im Pop, so erzählen uns die
Kunsthistoriker. Aber das, dass war auch schon so, als das erste Bild gemalt wurde. Stellen
Sie sich vor, irgendwann in einer Höhle malte jemand irgendetwas auf einer Wand. Und das
wurde nur zu einem Bild, weil ein anderer sagte: “Sieht ja aus wie“. Also sind die Bilder
schon im Kopf, bevor sie gemalt werden, egal ob vor 30.000 Jahren oder heute. Es loht sich,
darüber nachzudenken, da die anthropologischen Bedingungen sich nicht geändert haben,
auch wenn es heute wohl mehr Bilder gibt (worüber sich übrigens diskutieren ließe).


Und genau darum unterscheitet sich das Werk von Dannenberg von dem, was man gemeinhin
„Pop“ nennt. Er verweist nämlich zuallererst nicht auf Bilder, die wir kennen; es sind keine
„Suppendosen“, sondern arbeitet viel subtiler mit Sehgewohnheiten und Seherfahrungen und
mit etwas, das in der Debatte fehlt, weil wir bei Bildern immer nur an unendlich
reproduzierbare Flächen denken. Und das ist ein sinnlicher Aspekt, der weit über das bloße
Sehen hinausgeht. Denn Dannenbergs Kunst handelt nicht von der Austauschbarkeit von den
Motiven, davon, dass es „High“ und „Low“ gibt, sondern umgekehrt von der fantastischen
visuellen Pracht, die ein Gegenstand bekommt, wenn er von diesem Künstler in Kunstharz
gemalt wird. Diese Pracht ist extrem medienresistent – von ihr bleibt nichts in einer
Abbildung. Ein Foto zeigt nur das Motiv (Gummibärchen oder Blume), aber ich kenne das
Werk von Dannenberg schon lange und glaube, dass es immer weniger von den Motiven
handelt. Und Kunst, die nicht von Motiven handelt, muss man sehen, so wie sie wirklich ist.


Ulrik Happy Dannenberg hat sich ein Problem gestellt, dass Künstler seit den 1960er Jahren
des vorigen Jahrhunderts beschäftigt. Nicht umsonst sind viele Maler (interessanterweise
kaum Bildhauer) damals in die Rockmusik gewechselt, weil man – ganz einfach: zu einem
Gemälde nicht tanzen kann. Nun hat mir mal in Paris im Centre Pompidou ein Kollege
gezeigt, dass man zu Henri Matisse sehr gut tanzen kann, aber das Problem geistert durch die
Kunstgeschichte. Wie trifft man den Betrachter so als würde man Musik machen. Kann man
gute Laune mittels bildender Kunst kreieren? Matisse konnte es. Und auch – obwohl
Lichtjahre entfernt – Ulrik Happy Dannenberg kann es.

 

Am Anfang stand die einfache Entdeckung, dass ein Bonbon ein Stimmungsmacher ist. Ich
rede mit Ihnen über Kunst und Sie runzeln die Stirn, schlagen die Arme defensiv übereinander
und denken sich, „was für einen Quatsch“. Und jetzt reiche ich Ihnen ein Bonbon und schon
ändert sich die Stimmung. Aus dieser Erfahrung heraus hat Dannenberg eine Reihe von
Arbeiten entwickelt, bei denen Esswaren in Kunstharz gegossen werden, woraus sich in einer
nächsten Stufe Bilder aus Kunstharz ergaben.


Dannenbergs Strategie ist einfach und sehr effektiv: Er konfrontiert den Betrachter in den
Arbeiten, die er hier heute zeigt, mit einer Seherfahrung, die vor allem die Botschaft in sich
trägt, dass reines Sehen nicht genug ist. Diese Objekte, die wie Gemälde aussehen, erinnern
den Betrachter daran, dass er sie eigentlich betasten (oder schmecken?) möchte: Was für ein
Material es ist, ob es warm ist oder kühl, ob es wirklich hart ist, vielleicht sogar schmilzt?
Das heißt, dass diese Werke nicht auf den Menschen als Bilderkonsumenten abzielen, sondern
auf den Menschen als ein mit dem ganzen Körper erlebenden Tier; zugegeben ein Tier in
einem Supermarkt.


Diese Kunst ist nicht verkopft, so eine Aussage, die alles andere als simpel ist. Denn damit
konfrontiert entdecken wir, dass unser Nachdenken über Kunst immer sehr beschränkt
intellektuell ist. Wir neigen ja dazu, Kunstwerke, die auf eine sinnliche Erfahrung zielen
negativ zu bewerten – oder mit viel Lacan und Poststrukturalisten zu verpacken –, aber wir
sollten uns trauen, die Wertigkeit umzudrehen. Also über Kunst nachdenken und dabei bei
den Werken anfangen.


Dannenberg nutzt die ganze Bandbreite des Materials Kunstharz, im Fall seiner Gemälde die
eigenartige durchsichtige Qualität, bei der sie als Betrachter das Gefühl haben, durch die
Malerei hindurchsehen zu können, wodurch die Bewegungen in der Fläche wortwörtlich und
bildlich Tiefe bekommen und da wird unsere Wahrnehmung dann höchst interessant, da Sie
die Neigung haben, unter die Farbschicht hindurchsehen zu wollen, worin sich eine
Bewegungsimplikation verbirgt. Also wieder ein Element, dass weiter geht als bloßes
passives Sehen. Dannenbergs Gemälde sind also eigentlich umgekehrte Reliefs. Nicht
Bildhauerei, die wie Malerei aus einer Perspektive funktioniert, sondern Gemälde, die darauf
spekulieren, dass der Betrachter sich, wie im Fall einer Skulptur, in Bewegung setzt.

Wer so über diese Bilder nachdenkt, entdeckt, wie sehr Dannenberg sich mit seinem Werk
eigentlich gegen die Bilderwelt unserer Zeit richtet. Die medial reproduzierten Bilder sausen
an unseren Augen vorbei, aber manche Bilder erinnern uns daran, dass wir als heutige
Menschen mehr sind als bloße Bildkonsumierer.


Für mich ist Dannenberg einer der Künstler, die höchst intelligent auf die Bilderflut unserer
Tage reagiert. Sie kennen das: Uns wird erzählt, dass die Welt von Bildern überflutet wird
und die Frage ist, wie ein Künstler auf diesen Tsunami reagieren soll. Diese Metapher ist
wichtig. Denn die sogenannte Bilderflut ist ein Bildertsunami, bei dem man sich nicht mal
eben mittreiben lassen kann, wie uns einige Museumsleute und Theoretiker versuchen zu
beweisen. Sondern es ist etwas vor dem man sich auch – und das ist nicht heroisch, aber
vernünftig – zurückziehen kann.


Kunst im Sinne Dannenbergs ist dann nicht eine Wiederholung der Bilderflut sondern ein
Medium über das Menschen erfahren, dass und wie sie wahrnehmen, was man bei dem
ganzen Treiben und Ertrinken ja einfach vergisst. Es gibt auch Kunst, die sich aus der
Endlosschleife der Bilderproduktion verabschiedet, indem sie mit minimalen Mitteln die
Aufmerksamkeit auf sich gerichtet hält. Es könnte sein, und das wäre meine These hier heute,
dass in dieser Erfahrung in der Wahrnehmung die besondere Erfüllung dieser Kunstwerke
verborgen liegt.


Mit nicht ironischer Pracht tun viele sich schwer. Es riecht ja nach Kitsch und ist es vielleicht
auch: Es spricht uns höchst direkt an. Wenn man über Dannenbergs Kunst spricht, darf man
über den Konsum und dem Supermarkt reden, keine Frage, da kommen die Motive her, aber
man sollte aufpassen, dabei die Schwerpunkte nicht zu verwechseln. Es ist – so würde ich hier
heute behaupten – zu allererst ein opulentes visuelles Werk, mit einigen Querverweisen auf
unsere Konsumwelt. Es sind aber vor allem Objekte, die unbedingt gesehen werden müssen.


Arie Hartog

 


Sabine Seemann - Kanne, Maisfeld, Julia

07.01. – 04.02.2011


Eröffnung am 7.1.2011
Einführung: Dr. Frank Laukötter
Künstlergespräch: 4.2.2011 um 18 Uhr

 

Ein Bild von Sabine Seemann ist – bevor es ein Stillleben mit Kanne, eine Land-, Licht- und Luftschaft oder ein Bildnis von Julia wird – ein auf einen Keilrahmen aufgespanntes Stück Stoff, auf dem sich Farben, Farben und nochmals Farben türmen. Die Künstlerin malt zwar, aber sie malt so pastos, dass es eigentlich sinnvoller ist zu schreiben, dass sie Farben modelliert. Eine fette Farbschicht erhebt sich über die andre. Farbschichten werden zerklüftet. Ab und an tut sich der Bildgrund zuunterst des Farbenreliefs wieder auf. Farbberge entstehen, werden versetzt oder vergehen. Hier und da rauscht eine Farblawine Richtung Bildrand und rutscht krustig und wulstig über das Keilrahmenformat hinweg. Bewegung ist im Bild, bedingt durch die Viskosität des Malmaterials, die Schwerkraft und die Gesten des Modellierens.

 

Dass die Farbmaterie – in erster Instanz – eine reine Malerei ist, beglückt die Liebhaberinnen und Liebhaber einer haptisch und optisch sinnlichen Kunst. Und dass sie – in zweiter Instanz – etwas darstellt, beglückt diejenigen, die darüber staunen können, dass die Farbmaterie das überhaupt kann: auch eine Kanne zu sein, Land, ein Gesicht oder etwas so Immaterielles wie Licht und Luft.

 

Dr. Frank Laukötter