Schneefrei

30.11.2019 - 10.01.2020

 

Christian Plep
Claudia Christoffel
Erika Plamann
Hanswerner Kirschmann
Herwig Gillerke
Isabel Valecka
Kate Andrews
Marikke Heinz-Hoek
Mechtild Böger
Michael Wendt
Patricia Lambertus
Sirma Kekec
Rebekka Kronsteiner
Reinhard Osiander
Silke Pradler
Thomas Behling
Tom Gefken
Ulrich Precht

 

Eröffnung:  29. November um 20 Uhr

 

Alle Jahre wieder lädt die GaDeWe Künstlerinnen und Künstler ein, um in der Vorweihnachtszeit spannende, qualitativ hochwertige Kunst zu zeigen. Unter dem Titel „Schneefrei“ präsentieren 19 Künstler*innen eine vielfältige Auswahl an Werken unterschiedlicher Genres wie Malerei, Zeichnung, Bildhauerei, Druckgrafik, Grafik, Fotografie, Video und Objektkunst.

 


Christian Holtmann - Pures Glück

26.10.2019 - 22.11.2019

 

Zur Eröffnung der Ausstellung laden wir herzlich ein.
Einführende Worte spricht Eefke Kleimann
Vernissage am 25.10.2019 um 20 Uhr

 


Kleiner Spaziergang

Sonderöffnung: Sonntag, 8. September von 13.00 - 17.00 Uhr

 

Für Euch von uns ein Angebot, sich einen interessanten Sonntagnachmittag zu machen:
Die Extraöffnung der GaDeWe und 3 offene Ateliers in der Nachbarschaft geben die Gelegenheit zum Schauen und Treffen. Wir freuen uns auf Euren / Ihren Besuch!

 

Die drei beteiligten Ateliers:

Anne Schlöpke, Hainer Wörmann, Grohnerstraße 39 / www.anneschloepke.de

Christian Plep, Ulrich Graf-Nottrodt, Derfflingerstr. 27 / www.organic-tapestry.de

Ulrich Precht, Michael Wendt, Mechtild Böger, Lange Reihe 24 / www.mechtild-boeger.de

 


Frequenzverschiebung

23.08. - 13.09.2019

 

Conny Himme

Cordula Prieser

Barbara Rosengarth

Jette Slangerod

 

Eröffnung: 23.8.2019 um 20.00 Uhr
Sonderöffnung: Sonntag, 8. September von 13.00 - 17.00 Uhr

 

Die dritte Ausstellung der Ateliergemeinschaft Nordstraße mit dem Titel „Frequenzverschiebung“ ist zugleich die letzte, die vom Standort an der Nordstraße ausgeht.
2004 fand im Kubus in Hannover die erste Ausstellung statt, die zweite folgte 2010 in der Kulturhausgalerie in Leuna.

 

Nach über 20 Jahren wurde das Atelier überraschend gekündigt. Die Galerie des Westens bietet den vier Künstlerinnen Conny Himme, Cordula Prieser, Barbara Rosengarth und Jette Slangerod nun ein gemeinsames Forum für die Ausstellung ihrer Arbeiten und macht damit gleichzeitig auf die zunehmende Gentrifizierung des Stadtteils Walle aufmerksam. Auch hier gehen die Spielräume für die freie kreative Szene, die das Leben einer Stadt bereichert, verloren.

 

Der Titel „Frequenzverschiebung“ spielt dabei gleichzeitig auf die Verlagerung des Atelierstandortes als auch auf die unterschiedlichen Arbeits- und Ausdrucksweisen an, die unter dem Dach einer Ateliergemeinschaft Raum finden.

 


Klasse Baumkötter HfK Bremen - Westentasche

20.06. - 19.07.2019

 

Eröffnung am Donnerstag, 20. Juni 2019, 19 Uhr
Eröffnungsrede: Johannes Listewnik

Die GaDeWe setzt die in loser Reihe stattfindenden Ausstellungen mit Klassen der Hochschule für Künste Bremen fort und freut sich, dieses Jahr Arbeiten von Studentinnen und Studenten des Malerei-Professors Stephan Baumkötter vorstellen zu können.

 

Der Student Enric Freund lud seine Kommilitoninnen und Kommilitonen der Klasse Baumkötter ein, für die GaDeWe ortsbezogen ein Thema zu bearbeiten und dabei herauszustellen, welche Gemeinsamkeiten und Strategien in ihren unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen vorhanden sind.

 

KünstlerInnen:
Henning Gundlach, Atsushi Mannami, Roger Hollinger, Rebekka Kronsteiner, Jana Thiel, Francisco Valenca Vaz, Florian Witt, Armin Wischkony, Simon Schadwinkel, Paul Kiesow, Ulises Bimmerman, Enric Freund, Kate Andrews.

 

Der Titel „Westentasche“ ist eine Anspielung auf das Sprichwort: „Das kenn‘ ich so gut wie meine eigene Westentasche“ und zugleich ein Verweis auf den Ort der Galerie im Bremer Westen.

In der Arbeitsweise der Klasse Baumkötter liegt der Fokus auf der materiellen Ebene eines Werkes. Ausgangspunkt der Arbeiten zu dieser Ausstellung ist ein ganz alltäglicher Gegenstand – die Plastiktüte. Plastik ist ein Material, das aus der Forschung entstanden ist.

 

Als Kunststoffe, umgangssprachlich Plastik, werden Werkstoffe bezeichnet, die hauptsächlich aus Makromolekülen bestehen. Wichtige Merkmale von Kunststoffen sind ihre technischen Eigenschaften, wie Formbarkeit, Härte, Elastizität. Die Verwendbarkeit von Kunststoff, insbesondere in einer seiner profansten Ausprägung wie der Plastiktüte, lädt zu einer künstlerischen Reflektion ein. Plastik dient den Künstlerinnen und Künstlern als Material, Symbol und Medium für ihre künstlerische Botschaft. Symbolisch verwandelt sich so die Plastiktüte in der GaDeWe zur „Tasche des Westens“.

 


Anne Schlöpke - Mit Dingen Reden

27.04.2019 – 31.05.2019

 

Eröffnung: 26. April um 20 Uhr

Einführung: Verena Borgmann


„Seit 2014 macht Anne Schlöpke selektiv ihre Objekte und Texte öffentlich. Monat für Monat, unterbrochen von einigen wenigen kreativen Pausen, stellt sie Bilder ihrer dreidimensionalen Stillleben

und zugehörige Sätze oder Worte von sich und anderen auf ihre Website und schickt sie an ihren Verteiler. Stillleben stellen häufig das still, was nicht stillzustellen ist. Sie machen haltbar, was nicht haltbar zu machen ist. Eine Blume, ein Stück Brot. Bei den Objekten von Anne Schlöpke geht es um Vergänglichkeit, genauer gesagt um Verletzlichkeit einerseits, um Zärtlichkeit anderseits, um Unfreiheit und Freiheit. So

bezwingt eine Schraubzwinge Schaumstoff (Fliegen), aber kleine Füße eines Püppchens aus Plasteelaste entsteigen ledernen Schuhen von Menschen (Mutterschuhe). Welch wundersame Dinge! Sie sind beklemmend und fesselnd, erstaunlich, ambivalent.“

Frank Laukötter

 

In der Galerie des Westens stellt die Bremer Künstlerin viele von ihren Monats-Objekten aus.

 


Marita Schlicker - Florales

08.03.2019 - 05.04.2019

 

Eröffnung: Fr. 8. März 2019, 20 Uhr
Einführende Worte: Ulrich Precht
Finissage, Freitag, 05. April 2019. Die Künstlerin ist ab 17 Uhr vor Ort.


Unter dem Titel Florales zeigt die Künstlerin Marita Schlicker ihre neuesten Arbeiten in der Galerie des Westens. In der Ausstellung werden gemalte, gezeichnete, gedruckte Pflanzenformen und Objekte gezeigt.

In die helle, malerisch bearbeitete Oberfläche werden oft farbige graphische Akzente gesetzt, aufgetragen mit Graphit-, Farb- oder Aquarellstift. Weiße, elfenbeinfarbige Töne herrschen vor, immer wieder verbunden oder aufgelockert durch zurückhaltende Farbakzente bzw. farbige Einsprengsel. Die Wirkung der Leichtigkeit, das Schwebende, das Ungebundene, nicht Statische, das diese Bilder ausstrahlen, ist erarbeitet. Der Bildaufbau geschieht oft so: der erste Pinselauftrag ist von schwerer, oft intensiver Farbigkeit. Dann werde eine oder mehrere Schichten Japanpapier über diese Fläche geklebt und dabei Lage für Lage malerisch bearbeitet.

Durchscheinende Spuren der darunterliegenden Bearbeitung werden ergänzt, getilgt, wieder aufgenommen und weitergeführt bis zum gewünschten Bildergebnis. Die Oberflächenstruktur des Japanpapieres, Reliefbildungen und Faltungen, gewollt oder durch Zufall entstanden, selbst die Spuren des Kleisterpinsels, werden in den Bildfindungsprozess einbezogen.

Eine Bildhaut, eine Landschaftshaut entsteht, Subkutanes scheint hindurch. Die Bilder sind ein optisches Angebot an den Betrachter, sich auf eine erweiterte Sicht der Dinge einzulassen; kontemplativ, vielleicht meditativ.

Ulrich Precht

 


Herwig Gillerke - Ich raus schnell mach aus das Bremen Nacht

01.02. - 01.03.2019

 

Eröffnung, Freitag, 1. Feb. 2019, 20 Uhr
Einführende Worte: Dr. Frank Laukötter
Künstlergespräch 24. Feb. 2019, 15 Uhr mit Herwig Gillerke begleitet von Sabine Albers


Als besonderes Merkmal in den malerischen Arbeiten des Bremer Künstlers Herwig Gillerke (geb. 1963 in Delmenhorst) gelten die merkwürdig verzerrten Figuren, die wirken, als seien sie irgendwo herausgeschnitten und auf der Leinwand als Collage wieder zusammengesetzt worden. Ein weiteres markantes Kennzeichen sind die Textzitate aus dem Bereich der Popmusik (Rock/Glam/Punk/Post - Punk). Die Musiker / Bands werden mit Textzeilen aus ihren Songs sowie ihren Namen in Gillerkes Arbeiten verewigt. Er thematisiert damit das langsame Sterben und das Verschwinden der vielen (einstigen) Helden der Musik (Popkultur)

 

In den fotografischen Arbeiten inszeniert er sich selbst. Nachts im Außenraum und vor allem an „Un-Orten“ im Stadtbereich. Er arbeitet mit Stativ und komplett alleine. Er nutzt dabei das vorhandene Licht; manchmal erweitert um farbige Blitze.
Die Fotoarbeiten werden später nicht farblich oder mit anderen Hilfsmittel verändert. Dafür kratzt Gillerke aber auch hier passende oder unpassende Zeilen aus Songtexten in die Fotografien hinein. Somit ist jedes Foto einer Auflage ein Unikat, denn die zwar identischen Zeilen werden jedoch nie perfekt gleich aussehen.
In der GaDeWe - Ausstellung „Ich raus schnell mach aus das Bremen Nacht“ beschäftigt sich Gillerke mit dem Sänger Mark E. Smith und seiner Band „The Fall“. Smith starb im Januar 2018 an Krebs und seitdem sind „The Fall“ Geschichte. Mark E. Smith schrieb einst das Lied “Bremen Nacht“. Daraus stammt dieser merkwürdig krude deutsche Satz und gibt der Ausstellung den Titel.
Für Menschen, die den Musiker und die Band nicht kennen, bleibt trotzdem noch genügend Material zum Genuss und eigene Interpretationen...

 


Mechtild Böger & Michael Wendt - SLF - stadtlandfluss

09.11.- 21.12.2018

 

Zur Eröffnung am 9. November um 20 Uhr: Soundscapes von Ralf Post

Sonderöffnungszeit: Sonntag, 9.12.2018, 13 - 16 Uhr

 


Kirsten Brünjes - Rendezvous

28.09. – 02.11.2018

 

Eröffnung: Freitag 28.Sep.2018 um 20 Uhr
Einführende Wort: Dr. Rainer Beßling

 

Unter dem Titel Rendezvous zeigt Kirsten Brünjes über 80 Skulpturen in der Galerie. Auch präsentiert sie eine Serie Zeichnungen (Mischtechnik)
Die Figuren sind sowohl aus Porzellan als auch aus Stoff oder aus beidem. Kirsten Brünjes erschafft Figuren, sowohl klein als auch groß, die durch Gestus und Mimik überzeugen. Immer wieder kann man bei ihren Werken staunen wie individuell die Charaktere von Ihr erschaffen werden. Selbst bei über 80 Figuren kann man nicht eine Figur finden, die der anderen gleicht. Sie zeigen Verwandtschaft - doch gleichen sie sich nie. Gestus, Mimik, Kleidung, Haartracht, Accessoire - die Bandbreite, die Brünjes zur Erschaffung ihrer, man möchte sagen „Wesen“, nutzt, ist erstaunlich. Sowohl in der Ausformulierung der Form als auch in der Farbgebung.
Bei der Präsentation achtet Brünjes besonders darauf, jeder Figur ihren individuellen Freiraum zu geben, damit der Betrachter in einen intimen Dialog mit jedem Werk treten kann.

 

Brünjes nutzt die Klaviatur der Erscheinungsbilder unserer Gesellschaft – ihre Inspiration findet sie durch genaue Beobachtung der Mitmenschen und ihrer Umwelt – jegliches Lebewesen scheint ihr Interesse zu wecken und so sensibel, wie sie beobachtet, so zerbrechlich, sensibel oder auch glücklich und verschmitzt scheinen ihre Geschöpfe. Zurückhaltend in der Geste (mit wenigen Ausnahmen) erschafft Brünjes einen Kosmos, der uns tatsächlich auf der Straße oder auch in Print- und TV-Medien begegnet. Brünjes legt besonderen Wert auf das Gesicht mit intensiven Ausdruck, bei dem den Augen eine zentrale Rolle zukommt. Selbst bei den kleinsten Figuren lässt sich die fein ausgearbeitete Mimik, die dem Betrachter etwas mitteilt, erkennen. Virtuos.

 


Face to Face

18.08. - 21.09.2018

 

Eva Matti
Knut Lagies
Erika Plamann

 

Zur Eröffnung spricht Arie Hartog

Die Finissage ist am Donnerstag, 20. September 2018 um 19.00 Uhr.
Es gibt eine Performance von Elke Schaub, Dennis Klein und Knut Lagies


Die Faszination für das Seltsame, Fremde aber auch Bekannte, die Phänomene der Natur verbindet Knut Lagies, Eva Matti und Erika Plamann. Sie verwenden in der gemeinsamen Ausstellung verschiedenste Medien.

Lagies zeigt zum Thema eine Installation mit raumfüllenden Videoprojektionen.
Der beinahe atmende Raum beherbergt viele verschiedenartige Wesen, die einzeln oder manchmal auch in grossen Schwärmen aus dem Dunkeln auftauchen und dort dann auch wieder verschwinden.
Zur Ausstellungseröffnung findet eine Tanzperformance in der Rauminstallation von Knut Lagies mit der Tänzerin Elke Schaub und der Musik von Dennis Klein statt.

Erika Plamann zeigt in dieser Ausstellung Plastiken aus Wachs und Pigmenten.
Hergestellt sind sie in ihrer bevorzugten Technik: Der in Ton oder Gips abgenommenen Form, dem folgenden Wachsguss und der anschließenden Enkaustikbemalung.

 

Mattis Heimat liegt in Zeichnung und Malerei, diesmal zusätzlich mit Stickgarn und Stoffen. Die große Anzahl der von ihr ausgestellten unterschiedlichen Gesichter sind allesamt frontal dargestellt. Durch diese statische, immer gleiche Perspektive unterstreicht sie dabei das Vielseitige im immer Gleichen.

 


Frank Scheffka - Außenposten

01.06. - 06.07. 2018


Einführende Worte von Angela Piplak

 

Von Moosen und Flechten überwachsene Felsen, offenporiges Lavagestein und von Algen überwachsende Bunker: die Arbeiten des Bremer Fotokünstlers Frank Scheffka als reine Landschafts- oder Naturfotografie zu bezeichnen würde den Schwerpunkt seiner Intension und Arbeitsweise verschleiern.
Landschaft dient ihm als Sujet und Mittel, um formale, farbliche aber auch inhaltliche Kriterien in den Focus seiner Kamera zu rücken.
Form, Farbe, Linie, aber auch sein besonderer Blick auf vorgefundene Situationen werden so zu verbindenden Elementen seiner Reisen zwischen Sylt, Teneriffa, Frankreich, Kasachstan und den Bremer Brachen.
Zivilisation scheint auf den großformatigen Fotografien Frank Scheffkas zwar oftmals abwesend oder fern, sie ist es in der Regel aber nicht. Gebäude, Infrastrukturen und andere Hinterlassenschaften wie Müll sind den Bildern stattdessen stets inhärent und lassen die Illusion unberührter Natur zuweilen vollständig in den Hintergrund treten.

 


Nancy Jahns & Jörg Bussmann - Objekte

20. 04. - 25. 05. 2018


Vernissage am 20.04.2018 um 20 Uhr
Einführende Worte: Dr. Manuela Husemann

Sonderöffnungszeit: Sonntag, 22. April 11 - 18 Uhr

 

Nancy Jahns widmet sich in ihrer Arbeit Wahrnehmungsphänomenen, die sie in den jeweils gebotenen Medien untersucht und umsetzt. Ihr Werk umfasst vor allem Objekte, Fotografien, Videoarbeiten und Künstlerbücher. Zu den Objekten: „… Eine nicht unbedingt große Wendung, eine Verschiebung der Perspektive (…) bringt etwas hervor, was die Unbeholfenheit löst und unsere Wahrnehmung erfrischt – eine kleine, sichere ästhetische Operation, die den Hauch der Schönheit entdeckt und erneuert.„ (Cornelia Wieg, Kunstmuseum Moritzburg)


Irmela Gertsen: Nancy Jahns verfolgt einen phänomenologischen Ansatz. Sie findet Dinge in ihrer Umwelt. Ihr Interesse an den von ihr ausgewählten Gegenständen lässt sich an ihrem Umgang mit ihnen erahnen. So dokumentiert sie Gebrauchsspuren, indem sie in der 17-teiligen Serie Ein Spiel Tischtennisschläger wie Porträts fotografiert. Hier werden der Nahblick und die Liebe zum Detail deutlich, die für Jahns künstlerische Haltung charakteristisch sind. Sollten Personen in Arbeiten vorkommen, wie z.B. in der Fotoserie Gegenlicht, so geht es nicht in erster Linie um sie, sondern wie in dem Beispiel um ein Lichtphänomen, in dem sie erscheinen. Die Künstlerin sammelt reale Gegenstände, belässt es aber in seltensten Fällen beim objet trouvé: Durch Neukombination wird der Aluminiumeinsatz zum Licht-Filter, durch gezielte Ergänzungen betont sie die Geometrie des Frühstückbretts und die Rundung des Lockenwicklers (Leicht), durch Abformung und Nachbau wird mit optischem und realem Gewicht gespielt, durch Farbveränderung werden scheinbar bekannte Alltagsgegenstände verfremdet, so z.B. der edel schimmernde Gesundheitsball, den plötzlich eine Aura des Besondern umgibt (Medizin). Gemeinsam ist Jahns Umgang mit den Dingen, dass sie Bekanntes neu wahrnimmt. Jahns Universum der Dinge ist preiswert, aber nie billig. Ihm liegt eine andere Vorstellung vom Wert und Wesen der Dinge zugrunde, abseits von ihrem Nutzen. Dies zeigt sie dem Betrachter, indem sie ihre Arbeiten in einer bewussten, aber nicht strengen Ordnung präsentiert (siehe Reservoir), in der die Dinge eine assoziative Verbindung zueinander eingehen.

 

Jörg Bussmann, der 1960 in Osnabrück geboren wurde und freie Kunst und Plastik an der Hochschule für Künste in Bremen studierte, wo er ab 1994 Meisterschüler bei Bernd Altenstein war.
In seinen Werken favorisiert Jörg Bussmann das Prinzip der Dekonstruktion, beziehungsweise eine Betrachtungsweise, die ein Werk nicht als geschlossene Einheit versteht, sondern als ein offenes Experimentierfeld und vielseitiges Geflecht aus unterschiedlichen formalen und inhaltlichen Bestandteilen. Für Jörg Bussmann sind seine Objekte "permanente Baustellen", die beispielsweise bei ihrer Ausstellung einen vermeintlichen Abschluss erfahren, danach aber im Atelier wieder dem Prozess der Veränderung unterworfen werden. In ihrer Materialität aus rohen Holzstäben, bestückt mit über Knochenleim gehärteten und anschließend geweißten Papierwänden, wachsen seine Konstruktionen ähnlich einem architektonischen Gebilde. In der Ausstellung in der Stadtgalerie Osnabrück soll die Orts- und Architekturbezogenheit seiner Objekte aufgezeigt werden.

 


Zwischen Rolandmühle und Fernsehturm - offene Ateliers in Walle

22. April 11.00 - 18.00 Uhr

 

Galerie des Westens
Nancy Jahns / Jörg Bussmann
___________________________
Ateliers Grohner Straße 39:
Anne Schlöpke, Objekte / Hainer Wörmann, Musiker
___________________________
KUNSTRAUM - Grohner Straße 41:
Klaus Zwick
___________________________
Ateliergemeinschaft Nordstraße 371:
Cordula Prieser, Skulptur Rauminstallation / Conny Himme, Malerei / Jette Slangerod, Malerei / Barbara Rosengarth, Malerei
___________________________
Lange Reihe 24:
Laila Seidel, Scherenschnitte / Michael Wendt, Fotografie / Mechtild Böger, Drahtobjekte
___________________________
Eisfabrik Zietenstraße 45:
Andreas Braun, Druckgrafik / Maggie Lüitjens, Malerei / Jub Mönster, Malerei / Erika Plamann, Skulptur / Ariane Weidemann, Malerei / Helga Wiese, Malerei
___________________________
Noch ein Tipp:
Zur gleichen Zeit ist der Erste Tag der Ausstellung Substanz(en) im Hafenmuseum Speicher XI, Bremen-Überseestadt

 


Frühling

09.03. – 13. 04. 2018

 

Jens Andres · Norbert Bauer
Mechtild Böger · Hermann Böke
Tom Gefken · Ulrike Möhle · Manfred Nipp
Erika Plamann · Ulrich Precht
Heiner Preißing · Sabine Straßburger
Ralf Tekaat · Isabel Valecka
Doris Weinberger · Michael Wendt

 


Leerende Gähne

27.01. – 02.03.2018


Harriet Groß
Thilo Droste
Matthias Moravek
Michael Wendt


Eine Kooperations-Ausstellung der Galerie Axel Obiger Berlin und der GaDeWe Bremen


Die GaDeWe ist in ihrer Geschichte immer wieder Kooperationen mit Galerien aus dem In- und Ausland eingegangen. Diese Ausstellung ist die erste von Zweien, in der ein Bremer auf drei Berliner Künstler*innen trifft. Die zweite Ausstellung ist im Februar in Berlin geplant, wo drei Bremer*innen auf zwei Berliner*innen treffen.
Harriet Groß, Thilo Droste, Matthias Moravek, vertreten durch die Galerie Axel Obiger Berlin, stellen am 27. Januar mit Michael Wendt von der GaDeWe aus. Wand-Installation, Zeichnung, Malerei und Fotografien werden in einer Gemeinschaftsausstellung präsentiert. Es wird also eine große Bandbreite künstlerischen Schaffens gezeigt.

 


Bärbel Voigt & Cordula Prieser - offenes terrain

20.10. - 19.11.2017


Einführende Worte: Anette Naumann

Eröffnung: Freitag, 20.10.2017 um 20.00 Uhr

Finissage: Sonntag, 17. Dezember um 12.00 Uhr


In der Ausstellung „offenes Terrain“ in der Galerie des Westens vom 20.10. bis 19.11.2017 treffen Zeichnungen und Aquatinta-Radierungen von Bärbel Voigt (Radebeul) mit den Objekten und installativen Skulpturen von Cordula Prieser (Bremen) zusammen.
Beide Künstlerinnen beschäftigen sich unter anderem mit architektonischen Motiven.
Den durch lineare Vernetzungen und grafische Strukturen gegliederten Zeichnungen Voigts liegen Zitate von in unserem Bildgedächtnis eingeschriebenen Formen zugrunde. In der Ausstellung entsteht eine  Korrespondenz zu den raumgreifenden Holzobjekten Cordula Priesers, in denen sie Eindrücke aus dem Stadtraum Wiesbadens in große geschwungene Formen transformiert, die mit dem Körperempfinden des Betrachters spielen.
Bärbel Voigt arbeitet in ihren seriellen Bildfolgen in Versuchsreihen spontan und unmittelbar, Cordula Priesers große räumliche Arbeiten setzen oft einen planerischen Vorlauf in Form von Modellen und lang andauerndem Herstellungsprozessen voraus. Auch diese unterschiedlichen Entstehungsprozesse machen einen Teil der Spannung innerhalb der Ausstellung aus.

 


Katja Blum & Franziska Keller - Reine Zeichensache

15.09. - 13.10.2017

 

Eröffnung: Freitag, 15. September 2017 um 20 Uhr.
Es spricht Frank Laukötter

 

Die Galerie des Westens zeigt mit Katja Blum und Franziska Keller zwei Bremer Künstlerinnen, die den Werkstoff Papier als künstlerisches Material ausgewählt haben.
In der aktuellen Ausstellung untersucht Franziska Keller (*1972) die Bedingungen und Möglichkeiten von Zeichnung. Dabei stellt sie Fragen zur Bedeutung des Bildes, seinem Trägermaterial und dem Raum. Das Zeichenpapier, zu Linien geschnitten, wird selbst zum räumlichen Zeichnungs-Objekt. Gefundene Fragmente von Gegenständen wie ein altes Regal formen und fassen die geschnittenen Linien, wobei der zeichnerische Charakter der Zeichenfläche erhalten bleibt.
„Die Arbeiten von Katja Blum (*1969) erstaunen in ihrer Feinheit, die in sich eine konzentrierte Kraft birgt. Sie sind, in unterschiedlichen Medien realisiert, ernsthaft, jedoch jenseits strikter Festlegung“ (Regine Bungartz). In der Ausstellung in der GaDeWe zeigt Katja Blum überwiegend Zeichnungen in Bleistift und Pastell. Hellere und dunklere graue Flächen mit weiten weichen Übergängen werden von horizontalen klaren Linien und Strichen durchzogen. Verschattete Flächen und Lichtfelder gestalten so Räume, die an Landschaft erinnern.

 


Silke Thoss - The Secret Art Society

11.08. - 08.09.2017

 

Eröffnung: 11. August 2017 um 20 Uhr

Live-Musik von Thee Watzloves

Silke Thoss hat sich zur Entwicklung ihrer künstlerischen Aussage verschiedener Genres bedient und nähert sich immer wieder dem Gesamtkunstwerk an.
Bereits seit früher Jugend widmet sich die Künstlerin ganz selbstverständlich der Malerei und Musik. Diese Ausdrucksformen bilden die Grundlage ihrer Kunst, die sich darin auch oft ergänzen und durchdringen.
Für verschiedene Projekte nutzt die Künstlerin zudem die Installation, Intervention, Performance und Kollaboration. Durch Mode bzw. Kostüm werden bestimmte Auftritte ergänzt. Die Malerei wird zur Bühnenkulisse für den Auftritt als Musikerin. Die getragene Mode wird zum Bild. Der Ausstellungsraum wird selbst gezimmert oder setzt sich in Bewegung. Ausstellungsstück und -Raum nähern sich an. Die Grenzen zwischen ästhetischem Gebilde und Realität werden fließend.
Für ihre Abschlussarbeit am Chelsea College of Art in London etwa bezog Silke Thoss auf dem Hochschulgelände einen Wohnwagen und kreierte ein interaktives Rock’n Roll and Art-Forum. Ein Jahr später reiste sie auf diese Weise durch Deutschland und platzierte sich vor Galerien und Museen.
Immer wieder interveniert sie auch mit Bauchladen-Aktionen den regulären Kunstbetrieb, in dem sie auf Vernissagen oder Kunstmessen neben ihren Bildern auch Butterbrote und Schnäpse anbietet.
Betrachtet man Silke Thoss‘ figurative Malerei, die auf Sperrholz und anderen Materialien genauso Platz findet wie auf der großen Leinwand, werden verschiedene Einflüsse sichtbar.
Durch einen familiären Bezug zu den USA sowie einen Aufenthalt in Massachusetts als Schülerin ist ein früher Einfluss sicherlich in der amerikanischen Folk-Art zu finden, insbesondere in einer eigenen Interpretation des Honky-Tonk. Dieser Musikstil, der sich jenseits des Country-Mainstream kritisch, aber auch humorvoll mit dem eigenen Leben, Arbeiten und der Gesellschaft auseinandersetzt, findet sich nach wie vor in ihrer Musik und Malerei wieder.
Die plakative Präsentation sowie die Beschriftung mit Slogans, anhand dessen Silke Thoss für ihren Standpunkt und ihre Kunst „wirbt“, erinnern an die Pop Art.
Silke Thoss‘ Malerei ist oft amerikanischer als Amerika selbst und wirkt so unmittelbar, dass ihre Hintergründigkeit den Betrachter umso härter trifft. Nämlich dann, wenn er feststellt, dass die Künstlerin uns nicht auf selbige vorbereitet hat. Die Gemälde, Banner und Objekte zeigen auf den ersten Blick keinerlei Intention den Betrachter auf sich selbst zurückzuwerfen. Vielmehr wird man animiert oder überrumpelt. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich die Tiefgründigkeit der beißenden Ironie, der rüden und zugleich liebevollen Kritik oder auch der biografischen Reminiszenzen, die unter anderem ihre Rolle als Protagonistin im Kunstsystem thematisieren. Wenn Silke Thoss selbst in ihrer Arbeit auftritt, gemalt oder musikalisch, lässt sie sich gern von ihrem Alter Ego Silky Watzlove vertreten.
Während das „I Am More American Than You“ stilbildend war und ist, bedeuten ihre Sujets auch immer einen Griff in die Kulturkiste unseres kollektiven Gedächtnisses und der Kunsthistorie. Kleine Figuren à la Hieronymus Bosch tauchen auf, schwebende Herzen und regnende Tränen erinnern an Frida Kahlos Schmerzensbilder, altmeisterliche Herrscherdarstellungen werden mit ironisch bösen Accessoires versehen und erhalten einen Hauch von magischem Realismus.
Gerade die großformatigen Arbeiten scheinen auf diese Weise Geschichten zu erzählen oder den Betrachter dazu anzuregen, selbst Geschichten zu erfinden.
Ganz gleich, auf welchen Stil, auf welchen Inhalt Silke Thoss verweist, oder mit welchem Mittel sie es transportiert, sie betreibt eine pointierte Folk-Art der Jetztzeit. Neben der Malerei und der Musik ist das Erzählen eine der ältesten Kunstformen. In jeder folkloristischen Tradition ist die kunstvolle Erzählung, die Neuinterpretation kollektiver Mythen, Dreh- und Angelpunkt der eigenen Identitätsbildung.
Mit ihrer Kunst kreiert Silke Thoss einen Kosmos, der jenseits der eklektizistischen Oberfläche und der Bilderflut unserer mediatisierten Welt eine künstlerische Position behaupten kann, die den Betrachter betrifft und begeistert.

Christine Glenewinkel

 


Annette Stemmann & Uwe Teichmann - Zeitläufe

06.05. - 16.06.2017

 

Eröffnung: 5. Mai 2017 um 20 Uhr

Finissage: 16. Juni 2017 um 18.30 Uhr

Einführende Worte: Angela Piplak
Musik: Das Duo „Fail Better“- Rebekka Kalbas und Norman Brockhage mit eigenen Kompositionen


Annette Stemmann lebt und arbeitet in Berlin, Uwe Teichmann in Bremen.
Beide haben in ihrer Arbeit mehrere  Gemeinsamkeiten, zum Einen ist das erste Mittel ihrer künstlerischen Auseinandersetzung mit der Welt die Zeichnung, und zum Zweiten die langjährige Beschäftigung mit Strukturen, Texturen, Oberflächen und Mustern, die nicht nur aus dem eigenen Atelier, sondern aus den je eigenen Lebenswelten kommen. Zum Dritten arbeiten beide oft in Bild-Folgen.

Annette Stemmann sagt zu ihren Arbeiten: "Ich zeige in der GaDeWe einige in den Raum greifende Tapetenarbeiten. Schon über eine längere Zeit, interessiert mich das sich wiederholende und dekorative Musterhafte und dessen Brechungen. Ich vervielfältige und verändere eigene Handzeichnungen im digitalen Druck und lasse so tapetenhafte Formen entstehen. Abstraktes kann sich hier mit Erzählerischen treffen, so dass die Gleichförmigkeit der Wiederholung im Ornament unterbrochen und belebt wird.“

Teichmann zeigt farbige Handzeichnungen und analoge s/w Fotografien, die digitalisiert wurden, um sie auf das gleiche Büttenpapier zu drucken wie die Zeichnungen. Beides ist seit 2014 zeitlich parallel entstanden unter dem Arbeitstitel "Wasser- und Strömungsforschungen".
Die Fotografien entstanden zumeist bei regelmäßigen Ausfahrten auf unterschiedlichen Routen.
Dabei liegt die Wiederholung in der Aufmerksamkeit für Orte und Tages-und Jahreszeitliche Veränderungen und auch im Prozess und Rhythmus von Kommen, Gehen und Wiederkehren.
Die Zeichnungen entstehen nicht nach fotografischen Vorlagen. Teichmann findet seinen Zeichenfluss während er sich im Atelier nur auf die Technik des Zeichnens konzentriert.

Der asymmetrische Ausstellungsraum der GaDeWe bietet Annette Stemmann und Uwe Teichmann ein interessantes architektonisches Gerüst für die gemeinsame Präsentation ihrer Werke.

 


Klasse Thomas Rentmeister - Tight Intersection

02.03. - 07.04.2017


Agathe Borbe, Matej Bosnic, Gilwon Chae, Jules Dumoulin, Stella Förster, Kathrin Hippen, Aaron Israel, Sven-Julian Kanclerski, Franziska Kastner, Charlotte Kätzl, Jung Yong Kim, Min Kim, Jov T. Keisar, Nike Kühn, Young Hwan Kwon, Eileen Lofink, Sarafina McLeod, Thomas Meier, Fides Müller, Jan Neukirchen, Anne Posselt, André Sassenroth, Martin Schulze, Luciana Tamas

 

Eröffnung: Donnerstag, 2. März 2017 um 20.00 Uhr

 

Im Jahre 2007 übernahm Thomas Rentmeister - zunächst als Gastprofessor - die Klasse von Johannes Brus an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.
Obwohl es sich offiziell um eine Klasse für Bildhauerei handelt, versammelten sich hier von Beginn an unterschiedliche Disziplinen wie z.B. Video, Zeichnung, Fotografie und teils auch Malerei, allerdings geprägt von einem eher konzeptuellen Ansatz. Thomas Rentmeister räumt den Studierenden seiner Klasse größtmögliche künstlerische Freiheit ein, stellt aber gleichzeitig die Notwendigkeit künstlerisch eigenverantwortlichen Handelns heraus.
In der Klasse versammeln sich Studierende allen Studienstufen und verbringen häufig eine gemeinsame Zeit von mehreren Jahren miteinander. Die neu aufgenommenen Studierenden werden dadurch mit bereits weiter fortgeschrittenen künstlerischen Ansätzen direkt konfrontiert.

 


Hypothesen Time Zone Deep Surfaces

27.01. - 24.02.2017

 

Almuth Baumfalk / Berlin
Lap Yip / Berlin
Irmgard Dahms / Bremen

 

Eröffnung: 27.01.2017 um 20 Uhr

Einführende Worte: Jürgen Weichardt

 

 


Gut und Gerne

18.11.2016 – 13.01.2017

 

Eröffnung: Freitag, 18.11.2016 um 20 Uhr

 

Thomas Behling
Benjamin Beßlich
Mechtild Böger
Tom Gefken
Theresia Gerding
Werner Kuhrmann
Amir Omerovic
Erika Plamann
Ulrich Precht
Heiner Preissing
Piotr Rambowski
Margaret Rapuano
André Sassenroth
Anne Schlöpke
Isabel Valecka
Michael Wendt

 

Nach einer Pause nimmt die GaDeWe eine alte Tradition des Hauses wieder auf: die Weihnachtsausstellung! Hier und heute haben die Künstler*innen der GaDeWe ihre Kolleg*innen zur „Gut und Gerne“ Schau eingeladen. 16 Positionen aktueller- und wiederentdeckter älterer Werke, können in den historisch wertvollen Räumlichkeiten der 31 Jahre alten Galerie des Westens besichtigt und auch erworben werden. Wer vorweihnachtlich inspirierte, seichte Kunst erwartet, wird bei dieser Ausstellung allerdings nicht bedient werden. Den Besucher*innen wird zeitgenössische, anspruchsvolle Kunst präsentiert - ganz im Sinne der GaDeWe-Tradition. Auf ein volles Haus und auf Glühwein und Gebäck freuen sich die Mitwirkenden und das Organisationsteam.

 


Inger Seemann - Konvers

16.09.2016 - 28.10.2016

 

Eröffnung: 16.09.2016

Einführung: Dr. Rainer Beßling

 

Die Bremer Grafikerin Inger Seemann zeigt in dieser Ausstellung ein Spektrum an grafischen Arbeiten, die auf unterschiedlichen Drucktechniken basieren. Einerseits werden traditionelle Druckverfahren eingesetzt und zum anderen entstehen Kombinationen von experimentellen Druckabfolgen. Großformatige Holzschnitte, im Verfahren des traditionellen Weißlinienschnitt gedruckt, thematisieren Zeichen, Symbole und diagrammartige Gebilde. Die lineare Darstellungsform erfährt in ihrer Abstraktion eine Reduktion, die dem Minimalismus entgegenkommt. In der Serie REM wird eine visuelle Umsetzung der Augenbewegungen dargestellt, wie sie unter dem Begriff Rapid Eye Movement verstanden wird. Diese Form der Interpretation von zeitlichen und logistischen Abläufen ist das Thema, dem sich Inger Seemann in einigen Arbeiten widmet. Im Gegensatz dazu stehen die großformatigen Linolschnitte, die durch ihre Farb- und Formkompositionen versuchen, Kräfteverhältnisse auszuloten. In einem weiteren Druckverfahren werden Stahldrucke gezeigt, deren Druckplatten mit verschiedenen Metallwerkzeugen bearbeitet wurden. Ihre Farbigkeit ist auf einen S/W Kontrast reduziert. Diese Drucke lassen in ihrer abstrakten Darstellungsweise konstruktivistische Anteile erkennen. Allen Drucken gemein ist die klare, vereinfachte, reduzierte Darstellungsweise.

 


Lena Oehmsen - taken

13.08.- 09.09.2016

 

Eröffnung: 12.8.2016, 20.00 Uhr

 

Die Hamburger Künstlerin Lena Oehmsen beschäftigt sich mit Transformationsprozessen und setzt diese als künstlerische Strategien ein, um Mechanismen, aber auch Widersprüchlichkeiten und Eigentümlichkeiten der digitalen Medien herauszuarbeiten. In ihren Präsentationen erzeugt sie dabei gezielt Brüche durch den Einsatz analoger Mittel und Arbeitsschritte.

Damit entschleunigt sie die untersuchten Medien und ermöglicht so einen anderen Blickwinkel, nicht nur auf die digitale Welt. Für die Ausstellung in der Bremer Galerie des Westens (GaDeWe) hat sich Lena Oehmsen mit Präsentationsformen und Begrenzungen von Fotografien auseinandergesetzt.

 

Fotografien zeigen immer nur einen Ausschnitt. Schon in der Auswahl des Motivs und der Entscheidung bestimmte Details wegzulassen und andere in den Fokus zu rücken, bestimmen Fotograf*innen - ob unbewusst oder bewusst - nicht nur, was zu sehen ist, sondern auch die zukünftige Interpretation des Fotos bereits mit. Dieser simplen Erkenntnis des Ausschnitthaften, die häufig hinter dem „Wahrheitsgehalt“, der Bildern gemeinhin eingeräumt wird, zurücktritt, setzt Lena Oehmsen z. B. eine Serie entgegen, die scheinbar nur aus Auslassungen besteht und die sich damit gänzlich vom Inhalt löst.

 

Für diese hat die Künstlerin aus der Zeitschrift „Photonews“ sämtliche Text- und Bildelemente entfernt, die Zeitung wieder zusammengefügt und nun ein Rahmen geschaffen, indem die Auslassungen zu einem konstruktivistischen Experiment werden.

Eine Arbeit, die in der GaDeWe zu sehen sein wird, fokussiert den Bildrand, also „die entscheidende Linie, die bestimmt was innen und was außen ist“ und damit das Bild formt, wie es der Kunsttheoretiker John Szarkowski in seinem Aufsatz "The Photographers Eye" formuliert.

 


Raumprothese

21.05.2016 – 24.06.2016

 

Vanya Balogh, Robert Barta, Thomas Behling, Herwig Gillerke, Tomaž Kramberger

 

Eröffnung: Freitag, 20.5.2016 um 20 Uhr

Einführung: Dr. Frank Laukötter, Kunsthistoriker, Bremen
Ab 23 Uhr: Laut- und Klangperformance von Herwig Gillerke

Finissage Party + BBQ am 24.6.2016 ab 19 Uhr

 

Die GaDeWe zeigt im Mai eine Gruppe von Künstlern, deren Ausstellung in Anbetracht ihrer unterschiedlichen Arbeitsweisen ein Laboratorium erwarten lässt. Die Teilnehmer entwickeln ihre Ideen aus situativen und sozialen Kontexten, weniger aus gesichertem Wissen und eingeübten Handlungen.
Vanya Balogh zeigte in Venedig eine Großbildprojektion einer toten Taube, die von einer Möwe gefressen wird. Unappetitlich, aber für Venedig nichts Ungewöhnliches. Die Vergrößerung und ständige Wiederholung des Videos verleitet den Betrachter dazu, das Gesehene in einen humanitären Zusammenhang zu bringen. Vielleicht ist diese symbolische Deutung auch nur bildungsbürgerlicher Selbstschutz, um das Bild von einer friedvollen Natur aufrecht zu erhalten?
Unmittelbaren Schutz suchen Geflüchtete, welchen Herwig Gillerke begegnet ist. In einem Projekt setzte er sich mit der drastischen Lage, sowie den Erlebnissen Flüchtender auseinander, die in der aktuellen politischen Diskussion weder erwähnt werden noch spürbar sind.
Fremdsein ist auch bei Tomaž Kramberger ein Thema, als er mit Aldo Giannotti als Straßenmusiker in London österreichische Popsongs anstimmte. Diese Idee entstand anlässlich der Einladung des Austrian Cultural Forums, dass die österreichische Kultur in Großbritannien vermitteln soll, dabei aber den Austro-Pop vergaß.
Robert Bartas Arbeiten erschweren durch ihre Absurdität das ritualisierte Betrachten: Ein mannshoher Kaktus schwingt in endloser Manier einen Hula-Hoop-Reifen, eine Fläche aus kleinen Metallkugeln macht den Ausstellungsbesuch zur Rutschpartie.
Vermeintlich vertrauter wird es bei den Bildobjekten von Thomas Behling. Das Zusammenspiel trivialer Gegenstände, tradierter Bildmotive, Übermalungen und technischer Eingriffe ist so überzeugend arrangiert, dass oft erst im Nachhinein klar wird, wie perfide der Schein sein kann. Behling macht den Betrachter zum Komplizen, der auf der Flucht gefasst wird.


Tomaž Kramberger

 


Annemarie Strümpfler - 53°5´47“N / 8°47´19“E light_process

09.04.2016 – 13.05.2016

 

Eröffnung: 8.4.2016 um 20 Uhr

Eröffnung: Dr. Frank Laukötter, Kunsthistoriker

 

Die Bremer Künstlerin Annemarie Strümpfler nutzt auf immer neue Weise das älteste und schlichteste fotografische Verfahren der Camera Obscura. Licht - gebündelt durch eine kleine Blendenöffnung - projiziert den Außenraum in das Innere der Camera Obscura und verortet damit auf ungewöhnliche Art die Galerie des Westens in der Reuterstraße in Bremen-Walle.
Gegenüber der heutigen schnell greifbaren, digitalen fotografischen Technologie steht die Lochkamera für Entschleunigung und ermöglicht der Künstlerin, die mit dem Verfahren verbundenen Prozesse – auch Zufallsphänomene - sichtbar zu machen.
Hierfür verwendet sie unterschiedliche Kameraformate:
Zum einen funktionierte sie das Kabinett der Galerie selbst um zu einer Kamera, welche auch während der Ausstellungszeiten begehbar ist.
Außerdem installierte sie im Umfeld der Galerie 10 selbst gebaute Lochkameras, um während der Wintermonate die Sonnenbahnen über Dachfirsten aus unterschiedlichem Blickwinkel aufzuzeichnen.
Dabei ist für die Künstlerin die Camera Obscura mehr als nur ein technisch-physikalisches Medium, das Lichtprojektionen ermöglicht, sondern -wie vor Ort geschehen - die Kamera selbst wird zu einem subversiven Element in der öffentlichen Wahrnehmung, das in der heutigen Zeit für Irritation sorgt.


Frank Laukötter

 


Heiner Preißing - Malerei

06.02. - 11.03.2016

 

Eröffnung am 5.2.2016 um 20.00 Uhr

 

Wir würdigen mit dieser Einzelausstellung unseren guten Freund und Kollegen Heiner Preißing, der 2010 nach schwerer Krankheit verstorben ist. Seine letzte Einzelausstellung in der Galerie des Westens hatte er 2004. Umso mehr freuen wir uns, Heiner Preißings Werke nach doch inzwischen 12 Jahren präsentieren zu können.
Als ich damals Heiner fragte, was er mit seinen Bildern sagen will, blieben seine Worte verhalten. Eigentlich kein Wunder, wenn man ehrlich ist, denn seine Bilder ziehen den Betrachter mit einer Hauptszene in ihren Bann und eröffnen dann nach und nach verschiedenste Erzählstränge durch Perspektive, - genauso wie durch Übereinanderschieben von Szenarien, - vielfältig ergänzt durch Details, die wie Kommentare eingeflochten sind. Man wird schnell der Illusion beraubt mit wenigen Blicken die Hauptaussage eines Bildes entschlüsseln zu können. Weil man visuell in einem dicht gewobenen Netz gefangen wird.
Schauen wir auf das Bild o. T. (Tänzerinnen):
Arme, Körper, Bewegungen, junge Männer und Frauen - ein Gesicht strahlt besonders heraus, geradezu im Lichtkegel, eine Hand fängt unseren Blick: zwischen den Fingern Steine wie Tennisbälle, wurfbereit, um den Gegner, den wir nicht sehen, zu treffen. Hinter und neben ihm stapeln sich die jungen Gesichter und Körper zu einer Meute.
Eine genau durchgedachte, planvoll angelegte Komposition von Körpern. Ineinander verwoben. Bewegungen vorne gehören zu Körpern im Hintergrund und umgekehrt. Das Faszinierendste ist: Heiner Preißing führt uns in die unterschiedlichsten Erzählebenen und zwingt uns Blickprioritäten auf, um diese gleich wieder in Frage zustellt.
Vielleicht kann ich es an zwei Beispielen verdeutlichen.
Erstens es gibt die "Steinewerfer", die nebenbei gesagt, sehr an jungen Männer im Gazastreifen erinnern, die ihren Widerstand mit Wurfgeschossen gegen israelische Soldaten, schon zu einer rituellen Handlung machen.
Die zweite Gruppe sind „Die Tänzerinnen“.
Ganz rechts auf dem Bild sind zwei Figuren einander nicht nur zugewandt - sie berühren einander. Der Rücken gehört offensichtlich zu einer Frau. Der Mann hinter ihr, scheint sie schützend zu halten. Im Oberkörper ist sie etwas zusammen gekrümmt, die rechte Hand des Mannes liegt auf ihrer linken Schulter. Es ist wie eine Umarmung. Schaut man aber nach unten zu den Beinen, ist ersichtlich, dass hier tatsächlich zwei unterschiedliche Welten ineinander geschoben wurden.
Am deutlichsten wurde mir seine genau erdachte Verknüpfung zweier Szenen an der zuvor beschriebenen Einstiegsfigur.
Lässt man den Blick bei dem "Steinewerfer" nach unten gleiten und sucht den Körperaufbau des Werfers, erlebt man eine Überraschung: das rechte Bein ist gekleidet wie das einer Ballerina mit „Legwarmers“. Somit sucht man zu dem falschen Bein den richtigen Körper. Ich habe erst danach gesehen, dass nicht nur drei Frauen auf den Bild sind sondern mindestens vier.
Aber warum die Verschmelzung zweier Körper aus so unterschiedlichen Kulturen. Für mich verbindet Heiner Preißing dadurch die Thematik des Tanzes der Hochkultur mit den Steinewerfern und ihrem neuen Tanz um den Kampf für eine eigene Kultur.

Zu einem anderen Bild – der Titel „Unterwegs“.
Auf den ersten Blick eine Fahrradfahrerszene - drei Personen auf einem Fahrrad mit einem Hund in ihrem Gefolge. Während ich mir bei dem gerade gesehenen Bild sicher war, wodurch mein Blick als erstes gefangen wurde, ist es hier schwieriger. Vielleicht ist es der Kopf des jungen Mannes - denn er liegt im Zentrum. Durch seine aufrechte Haltung und seine hell leuchtenden Arme wandert der Blick nach unten zum Fahrradlenker, dann zu den hellen Beinen, zum hageren Gesicht des alten Mannes. Seine graue Gesichtshaut und die mageren Beine lassen ihn schwächlich und krank wirkt. Dieser Eindruck wird durch die Art des Farbauf- bzw. Farbabtrags verstärkt.
Haltung und Blick des Älteren weisen wieder zu dem jungen Mann, der das Fahrrad mit seinen eigenwilligen Passagieren durch die Fluten schiebt. Er ist der Kräftigste und über seine Ohrstöpsel mit der heutigen Medienwelt verbunden. Nun rückt der Junge ins Blickfeld und durch seinen uns zugewandten Blick wird er unser direkter Gesprächspartner. Mit scheinbar lachendem Gesicht holt er uns in diese Szenerie hinein. Feine rote Äderchen im Gesicht und die rot schimmernde Schulter eröffnet den Gedanken an Verletztheit. Dennoch wirkt der Junge aggressiv, da das intensive Rot irritiert, und der gewonnene Eindruck ist zwiespältig.
Rechts eine Frau im grünen Kleid. Ist sie Europäerin? Ich finde nicht, dass Heiner Preißing mir eine genaue Antwort gibt. Stattdessen gibt er mir durch sie über den Schlauch in ihrer Hand den Hinweis auf Wassergebrauch bzw. –verbrauch?
Eine weiße Gitterstruktur, die ihren Körper überlappt, erinnert an Stadtpläne und hinter ihr ist eine riesige grauweiße Wand sehr eindeutig als "Altpapierblöcke" gekennzeichnet. Bestätigt wird dies durch eine Papiertüte, die unterhalb der weißen Gitterstruktur im Wasser schwimmt. Eine Tüte mit dem europaweiten Kennzeichen für Verpackungsrecycling, also dem "Grünen Punkt“ sowie der Aufschrift "Mehl" – ein Hinweis auf eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel oder sogar eines der wichtigsten Saatgüter überhaupt, dem Getreide. Versuche Bildelemente eindeutig zu interpretieren und von ihnen ausgehend einfache Schlussfolgerungen zu ziehen, müssen bei dieser Komplexität scheitern.
Gelb leuchtende Männer stehen links von dem großen Abfallblock. Alle in eine Richtung schauend, alle mit dem Rücken zu uns und alle in der Kleidung, die man allgemein mit dem Geheimdienst in Verbindung bringt. Hinzu kommt: alle stehen vor einer grünblauen Fläche, die sicherlich nicht von ungefähr an eine Landkarte erinnert
Für wen oder was stehen diese gelben „westlich“ gekleideten Gestalten?
Was ist die Blauschwarze Fläche, vor der die Karte schwebt, ein Vorhang eines apokalyptischen Theaters??? Und wie verhält es sich mit dem aufgewühlten Wasser unterhalb des Vorhangs, dass das Land, auf dem die Männer stehen, gefährlich umspült. Sind die blauen Steinquader, die wunderbar unseren Blick zurück zum Altpapier führen, aus rein formalen Gründen dort platziert. Oder kann ich ihnen eine Bedeutung zuweisen?
Betrachtet man Heiner Preißings Bilder, blättert sich bei uns ein ganzer Katalog eigener Assoziationen auf. Sicherlich kommt dies auch durch seine Quellen. Neben privaten Fotos sind es vorwiegend Bilder der Tagespresse, Illustrierte. - Bilder aus allen Medien, wodurch er auf ein kollektives Gedächtnis zurückgreift. Zusätzlich finden wir häufig Bildtitel, wie zum Beispiel „Wo ist hier der Grenzverlauf“, die einem der erste Wegweiser sein können.
Heiner Preißings Arbeiten überfluten uns mit Informationen und fordern unser Schauen ob dieser vielen Versatzstücke. Man mag diese Malerei als zu deutlich, als zu krass empfinden, gerade das malerische Können, die Beherrschung der Anatomie, das präzise Einsetzen von Transparenzen, den Aufbau der Blickführung, unter anderem mittels der Farbe, nutz er, um Weltgeschehen visuell neu und in größeren Zusammenhängen zu erzählen. Wir alle haben jeder für sich eine gesellschaftliche Position sowie eine Meinung zum Weltgeschehen. Preißing deckt seine auf, ohne Wertung und verbindet auf wunderbare Weise unsere eigenen Interpretationen zu einem neuen Ganzen.

 

Mechtild Böger

 

Anhang
Wie wichtig manchmal auch Worte sind, ist kurz angerissen bei dem Bild „Checkpoint (Geranien)“.
Am unteren Bildrand steht sie nicht nur gemalt sondern auch ausgeschrieben – falls jemand von uns vergessen haben sollte wie sie aussieht – oder glauben könnte, ihre Bedeutung sei ob ihrer Position ganz unten unwichtig.
Diese Pflanze ziert immer noch gut gepflegte Balkone. 2014 erschien ein wunderschöner Artikel in der Zeit (es sei erwähnt: Heiners Bild entstand 2001). Diese spezielle Pflanze ist eine der ersten Einwanderer aus Afrika, um 1686 blühten im Botanischen Garten der Stadt Leiden bereits zehn verschiedene Arten. Während sie gerne in ihrer Ursprungspracht eingeführt wird, werden Flüchtende unter Chemieduschen gestellt und ihrer Haut beraubt.